Personal Nein zu Manager für Stadtumbau

Senden / Niko Dirner 17.05.2018

Am Dienstag haben die Sendener Stadträte dazugelernt. Die Erkenntnis lautet, dass Vorschläge der Verwaltung manchmal nicht von dieser getragen werden. Weil eben auch Bürgermeister Raphael Bögge, wie er nach der Abstimmung über einen Stadtumbau-Manager sagte, im Laufe der Debatte dazugelernt hat. Und somit gegen den in der Sitzungsunterlage formulierten Vorschlag votierte, einen solchen Fachmann zu beauftragen.

Für externe Hilfe ist Stadtbaumeisterin Manuela Huber. Als die Stadträte Ende April das Sanierungsgebiet des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek) beschlossen, wurde deutlich, dass für die damit verbundenen Projekte ein hoher Verwaltungsaufwand  und viel Fachwissen notwendig sind. Huber berichtete, die Regierung von Schwaben empfehle einen Manager, würde dafür Fördermittel von bis zu 60 Prozent locker machen.

Fördertöpfe richtig anzapfen

In der Stadtratssitzung am Dienstag nun begrüßte etwa Claudia Schäfer-Rudolf, CSU, diesen Vorstoß: „Das Isek ist die Grundlage, aber der Teufel steckt im Detail.“ Ein Fachmann könne die Stadtverwaltung entlasten. Zumal  mit der Gestaltung des Bahnhofumfeldes ein neues Projekt dazugekommen sei. Die Stadt sei „überfordert“ etwa damit, an Fördergelder heranzukommen, ergänzte Walter Wörtz, CSU.

Ein externer Helfer könne aufpassen, „dass wir nix versemmeln, dass uns nichts rausgeht“. Bei der Frage etwa, ob die Webereihalle erhalten werden soll, kann oder muss „schwimme“ die Stadt. Huber: Viele Abstimmungsprozesse zum Isek liefen jetzt in der Verwaltung. Mit einem Umbau-Manager und einer Lenkungsgruppe auch aus Stadträten solle der Prozess näher an die Entscheidungsgremien „herangeführt“ werden. Bögge meinte, die vorgeschalteten Gremien könnten die für Weberei und Innenstadt angedachten Gestaltungswettbewerber vorbereiten.

Die Mehrheit war anderer Meinung. Die Stadträte könnten selbst „mutig“ entscheiden, was in Senden passieren soll, meinte Helmut Meisel, Grüne. Die Stadt müsse sparen, ein Umbau-Manager sei nicht notwendig, befand Edwin Petruch, FWG. Die Verwaltung brauche den Umbaumanager nicht, sagte dann plötzlich der Bürgermeister – und stimmte mit der Mehrheit dagegen.