Fast 24 Jahre hat das Illertisser Freizeitbad Nautilla nun schon auf dem Buckel. 2014 wurde die Heizanlage komplett erneuert, heuer standen Arbeiten im Schwimmer- und Saunabereich und an der Fassade an. Nur 17 Tage brauchten die 15 beteiligten Firmen, um das Bad auf Vordermann zu bringen. Die Revision kostet die Stadt Illertissen rund 250 000 Euro.

Am ersten Öffnungstag nach der Sanierung stand Nautilla-Geschäftsführer Harry ganz entspannt im Eingangsbereich des Bades, den Blick auf die neu gestaltete, mit Glaselementen verkleidete Theke gerichtet. „Gestern Abend hat das hier noch so ausgesehen, dass keiner geglaubt hat, dass wir heute aufmachen wollen“, sagte er. Doch eine gute Abstimmung der Handwerker und der Teamgeist der Nautilla-Beschäftigten trugen dazu bei, dass fast alle Spuren der Arbeiten verschwunden sind und das Bad in neuem Glanz erstrahlt.

Komplett erneuert wurden einige Fensterfronten im Saunabereich und der Windfang. Dessen ursprüngliche Holzkonstruktion wurde durch einen Alurahmen, das Glas wie in der Sauna und Teilen des Foyers durch eine Dreifachverglasung ersetzt. Holz sei einfach nicht der richtige Baustoff in einem Bad, sagt Behne. Vielen Besuchern werde die Neuerung auf den ersten Blick gar nicht auffallen: „Der neue Windfang wurde dem alten komplett nachgebaut.“

Auch in anderen Bereichen stechen die Verbesserungen nicht sofort ins Auge. So gibt es im Bistrobereich einen neuen Küchenblock, neue Kühlgeräte und Fritteusen. Auch den größten Renovierungsbrocken bemerken die Badbesucher erst auf den zweiten Blick: Die Folie, die die Betonwanne des Schwimmerbeckens fast 24 Jahre lang auskleidete, wurde durch eine neue, kräftig-blaue Folie ersetzt. „Blass und spröde“ sei die alte Folie gewesen, sagt Behne. Das Schwimmbecken sei quasi „entkernt“ und der Beton so bearbeitet worden, dass die neue Folie perfekt passe. „Das war eine sehr umfangreiche Sache.“

Der zweite große Brocken war laut Behne die Sanierung der Rutsche. Auf Anraten des Tüv legte eine Fachfirma dabei auch die Tragkonstruktion der Röhre frei. Die Statik sei noch gut, sagt der Geschäftsführer, doch würden die Metallstützen teils noch entrostet und frisch lackiert. Ganz ausgetauscht wurde die Oberschale der Rutsche. Das alte Plexiglas samt Alustreben musste Glasfaserkunststoff weichen. Das Aluminium sei korrodiert, sagt Behne, das Plexiglas teils aufgeplatzt. „Das war immer wieder ein riesiger Wartungsaufwand.“

Die neue Rutschenoberseite ist im Einstiegsbereich komplett lichtdurchlässig, weiter unten sorgen Lichtstreifen in den Schalenelemente für Lichteffekte im Inneren. Damit der Effekt immer sichtbar ist, wird die Röhre abends angestrahlt.

An der Unterseite der Rutsche mussten die Handwerker sieben schadhafte Elemente austauschen. Ein Glücksfall sei gewesen, dass die alten Originalformen der Rutschenelemente aus der Bauphase des Nautilla noch erhalten seien. So kostete die Sanierung der Rutsche nur 43 000 Euro. „Hätten wir das alles neu machen müssen, wären wir auf die fünffachen Kosten gekommen.“

Der Geschäftsführer betonte, alle Beteiligten seien „sehr verantwortungsvoll“ mit dem von der Stadt bereitgestellten Geld umgegangen. Es sei bei der Sanierung nicht darum gegangen, künftig „mit Superlativen zu glänzen“. Behne: „Uns geht es darum, den Kunden den gewohnten Komfort bieten zu können.“

Höhere Preise Im Zuge der Revision hat das Nautilla die Eintrittspreise angehoben. Im Bad bewegen sich die Erhöhungen zwischen 30 und 50 Cent, also rund fünf Prozent. Für Besucher der Sauna beträgt die Preiserhöhung gut zwölf Prozent beziehungsweise 1,50 bis 3 Euro je nach Tarif. Das liegt vor allem an der Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes in diesem Bereich.