Beruf Nautilla-Chef Harry Behne wechselt zur Kirche

Harry Behne schaut, ob im Freizeitbad alles in Ordnung ist. Die beiden großen Becken wurden während seiner Zeit als Geschäftsführer saniert, auch das Farbkonzept hat er gestaltet.
Harry Behne schaut, ob im Freizeitbad alles in Ordnung ist. Die beiden großen Becken wurden während seiner Zeit als Geschäftsführer saniert, auch das Farbkonzept hat er gestaltet. © Foto: Bianca Frieß
Illertissen / Bianca Frieß 20.08.2018
Nautilla-Chef Harry Behne arbeitet ab September bei der Kirche. Zunächst als Verwaltungschef.

Wenn Harry Behne durch das Nautilla geht, grüßen ihn immer wieder Badegäste. „Lange haben wir ihn ja nicht mehr hier“, sagt ein älterer Schwimmer und wünscht ihm alles Gute für die Zukunft. Denn Mitte September tritt Behne seine neue Arbeitsstelle an – in einem komplett anderen Bereich.

Neue Arbeitsstelle: Die Kirche

Nach neun Jahren als Geschäftsführer des Illertisser Freizeitbads arbeitet er dann für die Kirche. Und zwar als Verwaltungsleiter für vier Pfarreiengemeinschaften im Pfaffenwinkel in Oberbayern: Schongau, Altenstadt, Auerberg und Steingaden. „Dort bin ich als rechte Hand des Pfarrers eingesetzt“, sagt Behne. Er unterstütze den Geistlichen in betriebswirtschaftlichen Fragen, bei der Sanierung und dem Bau von Gebäuden. „Inhaltlich sind das viele Dinge, die ich auch jetzt schon mache.“

Wie es zu diesem Wechsel kam?

„Ich wollte einfach mal eine Änderung“, sagt der 38-Jährige. 22 Jahre lang hat er fast ausschließlich im Bäderbereich gearbeitet. Vor seiner Zeit im Nautilla war er Schwimmmeister und Betriebsleiter in verschiedenen Bädern in Bayern. „Und zur Kirche habe ich schon lange eine enge Verbundenheit“, erzählt der zweifache Vater, der in Sulzberg im Oberallgäu lebt. Er engagiert sich etwa als Notfallseelsorger und Pfarrgemeinderat – nun möchte er sich auch beruflich in diese Richtung orientieren.

Langfristig gesehen hat der gelernte Schwimmmeister dabei noch größere Pläne: Er will Diakon werden. Einen Fernkurs zur theologischen Grundbildung hat er schon abgeschlossen, im vergangenen Herbst eine mehrjährige Ausbildung zum Diakon angefangen. Dabei gehe es vor allem um karitative Dienste, etwa Seelsorge und Trauerbegleitung, erzählt er. Aber auch die Liturgie ist Thema: Als Diakon wird Behne später vor allem bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen eingesetzt. Diese Tätigkeit kann er dann mit seiner Arbeit in der Kirchenverwaltung kombinieren. „Das ist aber noch Zukunftsmusik“, sagt er – und will seine Ausbildung auch gar nicht an die große Glocke hängen. „Ich habe halt einfach ein Faible für die Kirche.“

Das war nicht immer so. Die ersten 23 Jahre seines Lebens sei er gar nie in der Kirche gewesen, mit 20 sogar ausgetreten, erzählt Behne. „Erst mit 24 habe ich dann eine Begeisterung für den Glauben entwickelt.“ Das habe sich einfach so ergeben – durch Beziehungen, durch andere Menschen. „Sonst geht das ja nicht, Glaube lebt immer durch Beziehungen.“

Behne trägt ein großes, silbernes Kreuz um den Hals. Er spricht mit ruhiger Stimme, lächelt den Gästen zu, als er durch das Bad geht. „Man sieht, was ich hier alles bewegen und gestalten durfte“, sagt er. Zum Beispiel das Farbkonzept, um das er sich gleich am Anfang seiner Zeit in Illertissen gekümmert hat: Die Wände sind rot, gelb und orange gestrichen. Außerdem wurden in den vergangenen Jahren die beiden großen Becken und die Sauna saniert, ebenso die Kinderlandschaft. Ganz neu ist der so genannte Spray-Park: Betritt ein Kind die Fläche, spritzt Wasser aus Fontänen. „Es ist ein guter Zeitpunkt, um das zu übergeben“, sagt Harry Behne. „Es gibt keine Leichen im Keller, das ist einfach schön so.“

Zeit für etwas Neues

Er freue sich auf seinen neuen Job. Besonders auf die Begegnungen, er möchte viele Menschen in den oberbayerischen Gemeinden kennenlernen. Seine neuen Aufgaben sieht er aber auch als Herausforderung. „Das ist ja nicht das Metier, in dem ich sonst heimisch war. Jetzt bin ich darauf angewiesen, dass ich die Kompetenz und Erfahrungen anderer anzapfen darf.“ Ob er dabei das Nautilla, die Arbeit in einem Freizeitbad, nicht auch ein bisschen vermissen wird? Der künftige Diakon schüttelt den Kopf. „Ich glaube nicht“, sagt er. „Jetzt ist einfach mal Zeit für was Neues.“

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Gabriele Kling wird neue Geschäftsführerin

Wechsel Neue Geschäftsführerin des Illertisser Freizeitbads Nautilla wird Gabriele Kling aus Weißenhorn, wie ihr Vorgänger Harry Behne mitteilt. Sie hat zuvor bei der Akademie für Gesundheitsberufe als IT-Leiterin gearbeitet. In den vergangenen Jahren war sie im Nautilla schon nebenberuflich im Marketing und in der Buchhaltung tätig.

Einarbeitung Kling fängt zum 1. Oktober an. Schon jetzt steht sie zur Einarbeitung regelmäßig in Kontakt mit Behne, der am 14. September seinen letzten Arbeitstag hat.

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