Das Corona-Schuljahr hat bei Schülerinnen und Schülern teils größere Lernlücken verursacht. Damit daraus keine langfristige Beeinträchtigung wird, bieten die Realschule und das Kolleg in Illertissen unter dem Titel „BrückenWerk“ einen Förderunterricht in den Sommerferien an. Dabei kommen eigens geschulte Lehramts-Studierende an die Schule, um in Kleingruppen gezielt die Rückstände aufzuholen, heißt es in einer Pressemitteilung.

27 Lehramtsstudierende unterrichten

Das neue Schuljahr solle auf einer guten Basis starten, meinen die Schulleiterin der Illertisser Realschule, Roswitha Nodin, und der Schulleiter des Kollegs, Franz Kögel. In der ersten und letzten Woche der Sommerferien bieten 27 Lehramtsstudierende Förderunterricht in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch an. Dazu benannten die Klassenleitungen Schüler, die ernsthafte Lernrückstände aufweisen. Rund 200 Fünft- bis Siebtklässler wurden auf das Angebot hin angesprochen, für das nur ein Materialkostenbeitrag zu zahlen ist.

Frage der Bildungsgerechtigkeit

Das Schulwerk der Diözese Augsburg als Träger beider Schulen in Illertissen hat das Konzept in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Augsburg aufgelegt und kommt für die Kosten auf. „Für uns ist das eine Frage der Bildungsgerechtigkeit“, erklärt Schulwerks-Direktor Peter Kosak. Ihm ist ein gesicherter Qualitätsstandard des Programms wichtig: „Die Studierenden besuchen zur Vorbereitung ein eigens dafür konzipiertes Seminar an der Uni und legen viel Wert auf eine differenzierte Diagnose des jeweiligen Leistungsstands vor Beginn des Unterrichts.“ Hierzu habe der Kooperationspartner Stark-Verlag einen digitalen Test entwickelt, der genau abgestimmt sei auf das anschließend eingesetzte Trainingsbuch des Verlags. Die Fortschritte würden dann zur Halbzeit erneut gemessen, um alles auf den individuellen Lernbedarf abzustimmen.
Es zeichne sich ab, dass BrückenWerk nicht nur eine „gute Reaktion auf die gegenwärtige Corona-Situation“ sei, sondern sich auch längerfristig bewähren könnte. Nicht zuletzt, weil es auch innerhalb der Lehramts-Ausbildung eine willkommene Möglichkeit schafft, frühzeitig reale Praxiserfahrung an Schulen zu sammeln. „Wenn’s ums Lernen geht, haben wir gerne ein offenes Haus“, freuen sich jedenfalls Nodin und Kögel auf „Schule trotz Ferien“.