Gewalt Nach Streit Ex-Freundin getötet

Straubing/Illertissen / Niko Dirner 12.01.2018

Es war ein Vorfall, der für großes Aufsehen und viele Fragen in der Region sorgte: Am Vormittag des 17. September 2016, einem Samstag, war in einem Straßengraben an der A 7 bei Illertissen ein 39-Jähriger gestrandet, der drei Tage zuvor in Kirchroth bei Straubing (Niederbayern) seine schwangere 45-jährige Ex-Freundin und ihr ungeborenes Kind getötet hatte. Am Mittwoch nun hat der Mann die Tat gestanden, im Prozess vor dem Landgericht Regensburg.

Laut einer Erklärung seines Verteidigers hat er die Frau nach einer zunächst verbalen und dann körperlichen Auseinandersetzung angegriffen – an Einzelheiten könne er sich aber nicht mehr erinnern. In der Anklageschrift ist von Schlägen und Messerstichen die Rede. Wie es in der Erklärung des Anwalts weiter heißt, sei er nach der Tat desorientiert gewesen. Wie er nach Illertissen gekommen sei, wisse er nicht.

Straßenarbeiter entdeckten den Mann an der A 7 bei Illertissen neben der Fahrbahn. Er schlief, hatte eine Kopfverletzung, war betrunken und trug keine Papiere bei sich. Der Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus. Da sich der Mann dort laut Polizei „verbal aggressiv“ zeigte und sich nicht behandeln lassen wollte, wurde er ins Bezirkskrankenhaus Günzburg verlegt. Gegen 18 Uhr türmte der 39-Jährige und lief auf der B 16 bei Günzburg vor einen Lkw. Erneut wurde er in eine Klinik gebracht. Im Laufe der Nacht wurde den eingesetzten Beamten und Klinik-Mitarbeitern klar, mit wem sie es zu tun hatten: einem mit Haftbefehl gesuchten mutmaßlichen Straftäter. Der Mann wurde festgenommen. Sein Fluchtauto, ein silberner Mercedes, wurde später in einem Stadel bei Buch entdeckt.

Polizeibeamte aus Günzburg und der behandelnde Arzt sind im Prozess gehört worden. Am 2. Februar soll plädiert werden, am 9. Februar das Urteil ergehen. Aus Sicht seines Anwalts ist der Mordvorwurf nach der vorgelegten Erklärung vom Tisch.

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