Weil „die Heiligkeit“ der Pfarrkirche in Bellenberg durch die Schändung in der vergangenen Woche verletzt wurde, bleibt das Gotteshaus vorerst geschlossen. So lange, bis ein Bußritus vollzogen ist. Das bestätigte gestern das Bistum Augsburg auf Nachfrage. Einen Termin für den Vollzug gibt es noch nicht.

Wie berichtet, hat die Polizei einen mutmaßlichen Serientäter gefasst. Der 19-Jährige soll in Vöhringen Schulen, Sportheime, Plätze und eine Kirche mit Farbe besprüht haben. In der Bellenberger Kirche soll der Beschuldigte Wände, Altar, Orgel und sakrale Gegenstände mit Sprüchen wie „Hail Satan“ beschmiert haben. Die Höhe der Sachschäden wird noch ermittelt, die Beseitigung der Schmierereien dauert an.

Das Bistum in Augsburg spricht von einem ungeheuerlichen, provokanten und verletzenden Vorgang. Bischof Konrad Zdarsa ordnete die Schließung der Kirche in Bellenberg und einen Bußritus an. Doch was genau ist ein solcher Ritus? „Bischof, Priester und Gemeinde werden sich versammeln, um durch die Feier des Bußritus die Verletzung der Heiligkeit des Ortes zu beheben“, sagt Bistumssprecherin Romana Kröling. Keine Kerzen, kein Tuch. Zu Beginn der Zusammenkunft ist der Altar nicht geschmückt. Wasser wird gesegnet, mit dem die Gläubigen „in Erinnerung an ihre Taufe und ihre besondere Christusbeziehung“ besprengt werden.

Die Gläubigen tun selbst Buße, wie es heißt. „Und sie kommen, Christus einzuladen, zu heilen, was verletzt ist“, erklärt die Sprecherin. Altar und Wände werden schließlich mit dem gesegneten Wasser symbolisch gewaschen. Nach Angaben der Sprecherin geht es nicht nur darum, die Kirche optisch wiederherzustellen. Entscheidend sei, dass „die ganze Gemeinde mitwirkt und sich um die Heiligkeit des Kirchengebäudes bemüht“.