Weißenhorn/Neu-Ulm Nach Insolvenz: Keine Entlassung bei Oetinger in der Region

Frank Kebekus sieht Oetinger auf einem guten Weg aus der Insolvenz. Foto: Privat
Frank Kebekus sieht Oetinger auf einem guten Weg aus der Insolvenz. Foto: Privat
Weißenhorn/Neu-Ulm / WILLI BÖHMER 28.08.2013
In den Oetinger-Aluminium-Schmelzwerken in Weißenhorn und Neu-Ulm wird auch nach der Insolvenzeröffnung am Sonntag weiter produziert.

Die mehr als 300 Beschäftigten der beiden Aluminium-Schmelzwerke Oetinger in Weißenhorn und in Neu-Ulm können aufatmen. Wenn das vorläufige Insolvenzverfahren am 1. September in ein ordentliches Insolvenzverfahren übergeht, wird sich für sie nichts ändern. Das versicherte der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Frank Kebekus im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Gehälter seien gesichert, die Auftragsbücher gut gefüllt. Deshalb werde es keine Kündigungen geben.

Anders sieht es in den beiden Werken in Berlin und in Hannover aus. Der Standort Berlin, wo 40 Mitarbeiter beschäftigt sind, werde am 1. September geschlossen, in Hannover, wo knapp 60 Beschäftigte arbeiten, könnte es zum 1. Oktober eng werden, sagte Kebekus.

Der Grund für diese unterschiedlichen Zukunftsperspektiven liegt in der Aufbereitung des Aluminiums. In Neu-Ulm und Weißenhorn wird in erster Linie Flüssig-Aluminium für die Automobilindustrie hergestellt und bei den Abnehmern in flüssigem Zustand angeliefert. Dieses Flüssig-Alu werde nach wie vor extrem nachgefragt. In Berlin und Hannover werde dagegen in erster Linie Block-Alu gepresst. Dieses werde aber in Südosteuropa deutlich preiswerter hergestellt.

Bei einer Schließung der Zweigniederlassungen in Norddeutschland werde man alles daran setzen, die Kunden zu den süddeutschen Werken mitzunehmen. Ein Großteil habe bereits zugesagt. Das bedeute, dass auf die Werke in Weißenhorn und Neu-Ulm sogar zusätzliche Arbeit zukommen könnte.

Die Investorengespräche laufen weiter. Ein Dutzend Interessenten ist noch im Rennen, Ende nächster Woche wird es Kebekus zufolge die nächste Gesprächsrunde geben. Er rechne damit, in drei Monaten eine Entscheidung fällen zu können.

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