Verkehrsicherheit Nach 27 Jahren Planungsphase ist neuer Bahnübergang fertig

Der neue Bahnübergang am Kellmünzer Steinweg wurde gestern offiziell für den Verkehr frei gegeben.
Der neue Bahnübergang am Kellmünzer Steinweg wurde gestern offiziell für den Verkehr frei gegeben. © Foto: Johannes Braun
Kellmünz / Johannes Braun 09.05.2018

Hinterher stellt man sich immer die Frage, ob erst etwas passieren muss, bevor man reagiert.“ Mit diesen Worten fasste Kreisrätin Katrin Albsteiger die Stimmung der anwesenden Ehrengäste, aber auch eines großen Teils der Bevölkerung zusammen, wenn sie an den Bahnübergang in Kellmünz denken. Die Querung über die Gleise dient zahlreichen Bürgern und Auswärtigen als Weg zum Badesee. Und genau dort passierte am 17. Juli 2013 das schreckliche Zugunglück, bei dem es eine Schwerst-Verletzte, zwei Schwerverletzte und 18 leicht Verletzte mit einem Sachschaden in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro gab. Nach diesem Unglück kam Bewegung in die bis dahin 22-jährige Planungsphase, die gestern nach 27 Jahren mit der offiziellen Übergabe des Bahnübergangs realisiert wurde.

Nichts passiert

Der Kellmünzer Bürgermeister Michael Obst skizzierte dabei nochmals den Werdegang. Seit den 1950er Jahren war am Bahnübergang am Kellmünzer Steinweg eine unbeschrankte Anlage, die fast 70 Jahre in Betrieb war. In den Jahren 1991 und 1995 hatte Obsts Vor-Vorgänger Alt-Bürgermeister Josef Aumann erstmals einen Vertrag zur Sanierung des Bahnübergangs mit einem Neubau einer Schrankenanlage unterschrieben. Die Pläne waren fertig und hätten von der Bahn umgesetzt werden können. Doch es passierte nichts. In den Jahren 2004 und 2007 erfolgten wiederum energische Aufforderungen seines Amtsvorgängers Bürgermeister Wolfgang Huber an die Regierung von Schwaben und die Deutsche Bahn mit der Bitte, die Schrankenanlage am Steinweg nicht aus den Augen zu verlieren und zeitnah mit dem Bau zu beginnen. 22 Jahre nach den ersten Vertragsschlüssen, am Mittwoch, 17. Juli 2013, um 6.55 Uhr kam es schließlich zu dem verheerenden Zugunglück.

Nicht erst seit diesem Vorfall hält der Kellmünzer Bürgermeister unbeschrankte Bahnübergänge für eine Gefahr. „In einer Zeit, in der wir schon wegen dem fiktiven Risiko von Personen technische Anlagen außer Betrieb nehmen, haben Dinosaurier keinen Platz mehr“, sagte Michael Obst und freute sich über die neue moderne Anlage mit Halbschranken.

Tag der Freude

Als einen Tag der Freude bezeichnete Katrin Albsteiger den neuen Bahnübergang – auch wenn die Initialzündung von einem Unglück ausging. Grüße überbrachte sie von ihrem CSU-Parteifreund Georg Nüßlein, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten stark für den Bau der neuen Anlage in Kellmünz eingesetzt habe.

Alt-Pfarrer Monsignore Horst Grimm übernahm die Segnung des neuen Bahnübergangs. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte der Geistliche, der auch als Bürger von Kellmünz Danke sagen wollte.

Finanzierung des Bahnübergangs

Kosten Der neue Bahnübergang in Kellmünz kostete rund eine Millionen Euro. Der Kostenanteil des Markt Kellmünz belaufe sich laut Bürgermeister Obst auf rund 300 000 Euro, wovon die Regierung von Schwaben 150 000 Euro als Förderung zusteuere. „Auch wenn diese Summe in unserem kommunalen Haushalt deutlich spürbar ist, freue ich mich dieses Geld endlich ausgeben zu dürfen“, sagte Obst, „so machen wir unseren Ort noch sicherer und noch lebenswerter.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel