Drogenprozess Mutmaßlicher Bandenchef mit vielen Vorstrafen

Memmingen / Carsten Muth 01.08.2018

Eigentlich sollten im Prozess gegen eine international agierende Drogendealer-Bande gestern die Urteile fallen. Eigentlich. Doch dann unterbrach der Vorsitzende Richter Jürgen
Hasler überraschenderweise die Verhandlung am Landgericht Memmingen erneut. Die Kammer vertagte sich – auf Montag, 20. August. Dann soll der Prozess tatsächlich ein Ende finden.

Was gestern an Verhandlungstag fünf deutlich wurde: Der mutmaßliche Haupttäter aus dem Kreis Neu-Ulm – nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft der Kopf der deutsch-rumänischen Bande – ist kein unbeschriebenes Blatt. Der 37-Jährige hat zehn Vorstrafen, saß im Gefängnis. Die Liste ist lang, sie reicht von Diebstahl, Beleidigung und Be­stechung bis Bedrohung und eine exhibitionistische Handlung.

Ein psychiatrischer Gutachter attestierte dem Gebrauchtwagenhändler eine Kokainabhängigkeit und empfahl dem Gericht die Unterbringung des Mannes in einer Entziehungsanstalt.

Zwei weitere Täter

Wie berichtet, müssen sich am Landgericht Memmingen fünf Männer verantworten. Ihnen wird „bandenmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ vorgeworfen. Sie sollen insgesamt 35 Kilogramm Kokain, 54 Kilo Ketamin und 6,5 Kilo Marihuana nach Großbritannien geschmuggelt haben.

Drei der fünf Angeklagten kommen aus dem Kreis Neu-Ulm. Sie wurden vor elf Monaten in Deutschland festgenommen, die beiden anderen Beschuldigten in Großbritannien und Dänemark. Alle Angeklagten haben die Vorwürfe vor Gericht im Wesentlichen eingeräumt.

Zu der Drogendealer-Bande sollen, wie gestern bekannt wurde, allerdings noch zwei weitere Täter gehören. Die beiden Rumänen wurden ebenfalls festgenommen. Sie sitzen derzeit in ihrem Heimatland im Gefängnis  und warten dort auf ihren Prozess.

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