Einen Grund zur Freude, aber noch keinen Grund zum Jubeln. So hat der Vereinsvorsitzende Matthias Kunze bei der Jahreshauptversammlung des Museumsvereins am Dienstagabend die Tatsache genannt, dass der städtische Haushaltsplanentwurf 2015 insgesamt 50.000 Euro für Planungen und in der mittelfristigen Finanzplanung weitere 400.000 Euro für den Museumsausbau vorsieht. Solange der Stadtrat aber noch nicht zugestimmt habe, sei die Entscheidung "in der Schwebe", sagte Kunze im Gasthaus Hasen vor rund 40 Vereinsmitgliedern. Die Etatberatungen fanden gestern Abend statt.

Der Heimat- und Museumsverein setzt sich seit Jahren dafür ein, das Museum um eine Gemäldegalerie im Alten Rathaus am Kirchplatz zu erweitern. Die Diskussion gewann an Brisanz, als um den Jahreswechsel herum SPD-Stadtrat Josef Zintl ein Bürgerzentrum im alten Rathaus ins Gespräch brachte. Vereinsspitze und Beirat hätten darauf "Tiefen, manchmal Untiefen" durchschritten und versucht, die Entscheidungsträger "von der unbedingten Notwendigkeit einer Museumserweiterung zu überzeugen", sagte Kunze. Mit Bürgermeister Wolfgang Fendt sei inzwischen vereinbart worden, einen Baukreis aus Bürgermeister, Stadtbaumeisterin und Verein zu gründen und detaillierte Planungen zu erarbeiten. Eine Gemäldegalerie stelle die "optimale Nutzung" für das alte Rathaus dar und bedeute eine "nachhaltige Steigerung der touristischen Attraktivität der Innenstadt".

Eng verbunden sieht Kunze die Zukunft des Museums mit der Zukunft der Museumsleitung, die sich um die Inventarisierung und die große Ausstellung zum 300. Geburtstag des Rokoko-Malers Franz Martin Kuen 2019 befassen müsse. Der jetzige Stelleninhaber, Wolfgang Ott, geht kommenden Februar in den Ruhestand.

Kunze lobte Ott als Macher, der den Museumsverein "mit neuem Schwung erfüllt" und dem im "staubgleichen Dornröschenschlaf" schlummernden Museum eine "großartige Renaissance" beschert habe. Er hoffe, dass Ott sein Berufsleben nun "in Frieden ausklingen lassen" könne, sagte Kunze unter dem Applaus der Vereinsmitglieder. Ott gab das Kompliment an den Verein und seine "wundervollen Menschen" zurück.

Im laufenden Jahr wird es, wie berichtet, im Museum eine Ausstellung zu "25 Jahre Museumsarbeit in Weißenhorn" geben, eine Schau mit Werken des aus Weißenhorn stammenden Malers Anton Müller-Wischin und eine AdventskalenderAusstellung. Eine Ausstellung zum 33-jährigen Geburtstag der Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht findet in den Schlössern statt.

Die Unterstützung des Museumsvereins sagte Kunze dem früheren Stadtbaumeister Burkhard Günther für seine Arbeiten an einem Weißenhorner Gebäude-Atlas vor. Seit vielen Jahren sei er dabei, sagte Günther, alle Gebäude der historischen Altstadt und des bis in den 50er Jahren bebauten Bereichs zu katalogisieren. Dabei erfasse er Baupläne, alte Hausnummern, Fotos und Grundrisse genauso wie die bisherigen Bewohner und ihre Berufe.

Er recherchiere im städtischen Archiv, im Landratsamt und im bayerischen Staatsarchiv. Zusätzlich hofft der frühere Stadtbaumeister auf Infos von Privatleuten, etwa alte Fotos. Vereinschef Kunze regte an, den Gebäude-Atlas später einmal zum Thema einer Ausstellung zu machen oder in gedruckter Form zu veröffentlichen. Auf jeden Fall soll er öffentlich zugänglich sein.

Mehr Besucher im Museum

Publikumsmagneten Im vergangenen Jahr haben 4628 Interessierte das Weißenhorner Heimatmuseum besucht, rund 100 mehr als im Vorjahr. Publikumsmagneten waren insbesondere die Puppenküchenausstellung und die Ausstellung zum 300. Geburtstag von Sebastian Sailer mit 1635 beziehungsweise 1071 Besuchern.

Homepage Der Museumsverein bastelt an einem neuen Internetauftritt. Unter www.museumsverein-weissenhorn.de gibt es künftig aktuelle Infos rund um Verein und Museum. Das Museum ist von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.