Elchingen Mühlausee wird wohl zugeschüttet

Elchingen / CZE 06.08.2013
Der Name klingt zunächst einmal idyllisch: Mühlausee. Das täuscht allerdings. "Der Mühlausee ist die Schadstoffsenke der letzten Jahrzehnte", erklärte Thomas Scherraus vom Ulmer Ingenieurbüro Wassermüller in der jüngsten Sitzung des Elchinger Gemeinderats.

Der Name klingt zunächst einmal idyllisch: Mühlausee. Das täuscht allerdings.  "Der Mühlausee ist die Schadstoffsenke der letzten Jahrzehnte" , erklärte Thomas Scherraus vom Ulmer Ingenieurbüro Wassermüller in der jüngsten Sitzung des Elchinger Gemeinderats. Und nun könnte dieser in absehbarer Zeit aufgefüllt werden. Derzeit wird Regenwasser vermischt mit Abwasser aus den Haushalten von den Regenüberlaufbecken in Unterelchingen in den Mühlausee an der Staatsstraße 2021 geleitet. Diese Erlaubnis endet allerdings Ende 2019. Bis dahin braucht die Gemeinde einen neuen Kanal, um das Wasser stattdessen in die Donau zu leiten. Rund 3,7 Millionen Euro wird dieser kosten und durch ein Naturschutzgebiet führen. Das ist nichts Neues, zuletzt hatte der Gemeinderat im Oktober 2011 darüber diskutiert.

Die Gemeinde steht seit längerem in Gesprächen mit dem Regierungspräsidium in Tübingen und der Autobahndirektion Südbayern. Das ergibt Sinn: Auch die Autobahnbauer müssen, im Zuge des A-8-Ausbaus, Niederschlagswasser in die Donau ableiten. Die Trasse der A-8-Planer lief in den ursprünglichen Entwürfen zu einem guten Teil parallel zum angedachten Gemeindekanal. Lange Zeit sträubten sich diese trotzdem, mit der Gemeinde einen gemeinsamen Kanal zu nutzen. Etwa, weil sie befürchteten, dass die von der Gemeindeverwaltung favorisierte Kombinationslösung nicht mit dem Naturschutz einhergehe. Nun liegt die Einschätzung der Naturschutzbehörde vor, sie hat keine Bedenken. Sie empfiehlt sogar einen gemeinsamen Kanal. Die Rohre, die die Gemeinde verlegen wird, haben einen Durchmesser von zwei Metern und können auch bei starken Niederschlägen noch das Regenwasser von der Autobahn aufnehmen. Insgesamt wird dieses keine zehn Prozent der Gesamtwassermenge ausmachen, erklärte Scherraus. Die Autobahnverwaltung wird rund 500 000 Euro zu den Baukosten zuschießen.