Elchingen Mittelschule in Elchingen ohne Rektor

Elchingen / BARBARA HINZPETER 05.07.2013
Im nächsten Schuljahr gibt es zwar wieder eine fünfte Klasse an der Mittelschule Elchingen. Die aber wird keinen eigenen Rektor mehr haben, wenn Bernhard Wagner jetzt in den Ruhestand geht.

Die Prognosen sind schlecht. Nach Berechnungen des Landesamts für Statistik gebe es in Elchingen im Jahr 2017 so wenig Kinder, dass sich die Mittelschule nicht mehr halten ließe, berichtet Schulleiter Bernhard Wagner. Solche Zahlen seien allerdings mit Vorsicht zu genießen, sagt der 61-Jährige. Denn für 2013/14 waren elf Interessenten für die 5. Klasse vorausgesagt. Tatsächlich werden jedoch 15 Buben und Mädchen angemeldet. "Damit lässt sich problemlos wieder eine Eingangsklasse bilden", sagt der Rektor.

Den Grund sieht er vor allem darin, dass die Eltern der Viertklässler dieses Jahr besser informiert waren. Zum einen durch die Öffentlichkeitsarbeit von Schule und Gemeinde. So hatte der Elchinger Bürgermeister Joachim Eisenkolb eine Werbeaktion mit Flyern und Plakaten initiiert. Andererseits sei ihm zu Ohren gekommen, dass die Realschule Langenau verstärkt davon abgeraten habe, Kinder mit schlechten Grundschulnoten auf die Realschule zu schicken.

"Wir haben den Eltern nach wie vor klar gemacht, dass die Viertklässler einen Notendurchschnitt von 3,0 brauchen, wenn sie auf der Realschule Erfolg haben wollen", sagt der Langenauer Rektor Georg Hermann. Nach dem Wegfall der verbindlichen Übertrittsempfehlung in Baden-Württemberg seien die Anmeldungen an der Friedrich-Schiller-Realschule von 105 auf 123 sprunghaft gestiegen. Mittlerweile habe sich die Zahl wieder auf dem Niveau der Vorjahre eingependelt. Hermann hofft auf die Einsicht der Eltern.

"Von den baden-württembergischen Kindern dürfen wir uns die Grundschulzeugnisse nicht mehr vorlegen lassen." Die Schule setze bei Eltern aus beiden Ländern vor allem auf Beratung, zumal die Erfahrung nach einem Jahr zeige, dass voraussichtlich einige der heutigen Fünftklässler die Mittlere Reife nicht schaffen werden.

Allerdings betreffe das nicht die Kinder aus Bayern. Auch wenn es durch die Neuregelung in Baden-Württemberg keine "Massenwanderung" über die Grenze gab und gibt: Jeder Elchinger Schüler, der eine Empfehlung für die Mittelschule hat und ins Nachbarland abwandert, gefährdet die Bildung einer 5. Klasse in Oberelchingen. Die ist fürs nächste Schuljahr gesichert.

Trotzdem nimmt Wagner einen "Wermutstropfen mit in den Ruhestand", wie er sagt: Sein Rektorenstuhl wird nach dem 31. Juli nicht wieder besetzt. Die Schule werde künftig von einer anderen Schulleitung mitverwaltet, erklärt Erwin Schlecker, Leiter des Staatlichen Schulamts Neu-Ulm. "Das wird im Schulverbund geregelt." Die Stelle könne nicht ausgeschrieben werden, da es in Elchingen nicht mehr alle Klassen gibt. Aber - und darin sieht Schlecker den großen Vorzug des "normalen Modells": Die Mittelschule bleibt selbstständig und erhalten, "egal, wie groß sie ist", so der Schulamtsleiter. "Es gibt sie noch, auch wenn sie nur aus einer Klasse besteht."

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