Zwei Varianten hatte die Elchinger Verwaltung in den Raum gestellt, über die der Gemeinderat eigentlich befinden sollte. Sie unterschieden sich darin, ob bei den zu sanierenden Außenanlagen der Mittelschule eine „Aussichtsöffnung ins Donautal“ mit Sitzstufen und einem Holzdeck bekommen soll – oder nicht. Im günstigeren Fall wurden die Kosten mit 413.000 Euro beziffert, im teureren Fall mit 425.000 Euro. Doch das Gremium stimmte letztlich über keine der beiden Varianten ab. Der Grund: Die Kosten sind einigen Räten viel zu hoch.

Dabei war das, was Planerin Dörthe Seliger vorgestellt hatte, ansprechend. Kernelement sei der Pausenhof für die Grund- und die Mittelschüler. Zwei Bereiche sollen entstehen, die „transparent und räumlich in Verbindung stehen“. Kleinkronige Bäume sollen das Areal gliedern. Die Aussichtsterrasse zwischen Schwimmhalle und Schulgebäude sei „der edelste Bereich“. Darüber könne man aber  reden, versicherte Seliger. Anders als über 80 Meter laufende Stützwände, die nötig seien. Überdies habe sich die Grundschule Oberelchingen Bewegungsgeräte gewünscht, weil es solche in Thalfingen und Unterelchingen auch gibt. Geplant seien Kletterwand, Rutsche, Seilbrücke, Rodeo-Board und Basketballkorb.

Die angespannte Finanzlage der Gemeinde ist Seliger indes bewusst. Es werde einfaches Betonpflaster verwendet; die befestigten Flächen wurden auf 500 Quadratmeter reduziert, die Treppenzahl auf ein Minimum; es werde mehr Material von anderen Baustellen verwendet; der Fischteich werde an alter Stelle belassen, der Brunnen ebenso.

Schon 2011 hatte es einen Vorentwurf für die Außenanlagen gegeben. Damals hätte die Pausenhof-Sanierung 270.000 Euro gekostet. 70.000 Euro, erklärte Seliger, habe sie einsparen sollen. In den nun anvisierten 272.000 Euro sei „einiges drin“, was zuvor noch nicht geplant war. Ein Gerätehaus, Spielgerät, ein Fallschutz, kleine Bäume. Trotzdem: „Ich will nichts schönen, was nicht geht. Was uns richtig reinreißt, ist die Südseite.“ Dort müssten mit etlichen Arbeiten und für viel Geld Folgen des Hochbaus ausgeglichen werden.

„Was willsch jetzt da sagen“, entfuhr es Bürgermeister Joachim Eisenkolb nach der Präsentation. Die Planung sei „fachlich gut begründet“. Auch Manfred Bittner von der Elchinger Umweltliste (Eule) zeigte sich zufrieden: „eine klare Aufteilung und eine gute Planung“. Sparen könne man bei den Sitzstufen. Die könnten später hinzukommen, zum Beispiel mit Hilfe der Eltern.

Auch Charlotte Seeger-Schnizer (SPD) lobte Seliger. Die Planerin habe sich alle Mühe gegeben, „aus diesem Platz etwas Ansprechendes zu machen“. Und: „Es darf kein Luxus sein, aber ich sehe auch keinen Luxus.“

Als „architektonisch gelungen“ bezeichnete Johann Gröger von den Freien Wählern Elchingen (FWE) den Entwurf. Eine Interaktion zwischen Grund- und Mittelschülern sei möglich, beide Seiten hätten aber Rückzugsräume. Dennoch müsse der Kostenrahmen eingehalten werden. Gröger: „Wir müssen überlegen, was wir optimieren können.“

Richard Rösch von der Dorfgemeinschaft Oberelchingen (DGO) legte nach: „425 000  Euro sind doppelt so viel, als wir ursprünglich veranschlagt hatten.“ Trotz Inflation und Erfordernissen an der Südseite müsse es möglich sein, 100 000 Euro einzusparen. Etwa im „Grünen Klassenzimmer“, meint Rösch. „Auch die Kosten für den Pausenhof halte ich für überzogen.“

Karin Batke von der Unabhängigen Freien-Wähler-Gemeinschaft  (UFWG) sprach von einer „optischen Aufwertung“, hielt es aber auch für angebracht zu sparen. Jedoch nicht an den Spielgeräten, sondern eher am Belag. Auch die CSU sah Sparpotenzial. „Bei einem Ortstermin hat es geheißen: Das Grüne Klassenzimmer braucht niemand“, monierte Achim Götz. Nun sollen dafür 53 000 Euro aufgewendet werden. „Es ist der Bevölkerung schwer klar zu machen, dass wir da draußen 425 000 Euro verbuddeln.“ Götz zeigte sich aber auch selbstkritisch: „Vielleicht haben wir den Fehler gemacht, keinen bestimmten Betrag vorzugeben.“

Die Verwaltung änderte daher den Beschlussvorschlag, plädierte dafür, das Thema in den Arbeitskreis Bildung und Soziales zu verweisen, weil die Gestaltung „pädagogischen Zwecken zugute kommt“. Dieser Vorschlag fand eine knappe Mehrheit von elf zu zehn Stimmen. Über das Thema Mittelschule wird also weiterhin hart verhandelt werden.

Sanierung soll maximal 5,13 Millionen kosten


Zeitplan Die Sanierung der Mittelschule Elchingen soll Anfang 2018 abgeschlossen sein. Wie berichtet, dauert sie aus verschiedenen Gründen vier bis fünf Monate länger als geplant. Daher wird auch die Grundschule Oberelchingen, die bisher an der Klostersteige untergebracht ist, erst zum Beginn des Schuljahres 2018/2019 ins Mittelschulgebäude ziehen. Der Kostenrahmen der Sanierung beträgt 5,13 Millionen Euro.