Konzert Neuer Projektchor in Unterkirchberg

Die Sänger haben Großes vor: Die Chorgemeinschaft Unterkirchberg und ihre Leiterin Inga Schmidt proben für ein Konzert zu Ehren des 500-jährigen Bestehens der Kirche St. Martin.
Die Sänger haben Großes vor: Die Chorgemeinschaft Unterkirchberg und ihre Leiterin Inga Schmidt proben für ein Konzert zu Ehren des 500-jährigen Bestehens der Kirche St. Martin. © Foto: Franz Glogger
FRANZ GLOGGER 17.02.2017
Musik aus fünf Jahrhunderten singt die Chorgemeinschaft Unterkirchberg zum Jubiläum von St. Martin. Dazu wurde jetzt ein Projektchor gebildet.

Temperamentvoll fordert Inga Schmidt die Sängerinnen und Sänger auf, ihr Bestes zu geben. Hier müssen die Tenöre exakter einsetzen, in jener Passage die Sopranstimmen gefühlvoll standhalten, dort sind die Bässe ein wenig zu zaghaft. Mit vollem Körpereinsatz führt die Dirigentin  den Chor durch schwierige Stellen. Um zu bremsen, macht sie sich ganz klein, wo kräftiger Einsatz gefragt ist, stellt sich das Energiebündel auf die Zehenspitzen und schwingt die Hände in die Höhe. Die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Unterkirchberg sind begeistert von ihrer Chorleiterin. „Inga ist ein Glücksfall für uns“, sagt Vorsitzender Josef Medwed.

Erst seit einigen Monaten leitet die 57-Jährige den Chor und hat nun Großes mit ihm vor. Als Beitrag zum 500-jährigen Bestehen der Unterkirchberger Pfarrkirche St. Martin wird für den 2. Juli ein Konzert eingeübt. Dazu wurde eigens ein Projektchor ins Leben gerufen. „500 Sängerinnen und Sänger, das  wäre eigentlich die passende Zahl. Aber wir sind nicht vermessen, 50 sollten es jedoch schon sein“, sagte Josef Medwed im Vorfeld. Nach wenigen Proben ist der ansonsten knapp 30 Köpfe zählende Chor auf fast das Doppelte angewachsen.

Maßgeblich zu dem Erfolg beigetragen haben die mitreißende Art der Musiklehrerin – sie unterrichtet an den Musikschulen Iller-Weihung und Blaustein-Laichingen-Schelklingen – sowie das von ihr vorgeschlagene Programm, sagt der Vorsitzende. Der Bogen spannt sich über 500 Jahre Musikgeschichte von Barock bis Musical, vom südafrikanischen Spiritual „Siyahamba“ bis zum irischen Segenswunsch „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen“. Mit dieser Auswahl werde den Zuhörern große Abwechslung und vielfältiger Hörgenuss geboten, ist die Chorleiterin überzeugt.

Die in Kasachstan geborene Musikerin ist vor 25 Jahren nach Deutschland gekommen. Die Hinwendung zur Chormusik hat sie ihren kleinen Händen zu verdanken. Auf dem Konservatorium habe man ihr erklärt, eine Laufbahn als professionelle Instrumentalistin sei daher kaum möglich. Sie folgte dem Rat und studierte Chormusik. „Da habe ich entdeckt, welch wunderschöne Kunst das ist“, sagt die Dirigentin. Es sei erwiesen, dass keine andere Art Musik zu machen, gesünder sei als das Singen im Chor. Außer in Unterkirchberg leitet sie seit vielen Jahren den gemischten Chor in Ingstetten und den dortigen Jugendchor.

Bei der Chorarbeit ist ihr wichtig, dass jeder seinen Part gründlich übt und sich seiner Stimme ganz sicher ist. Die Liedauswahl müsse zum Chor passen und die Sänger berühren. „Empfinden die Sänger Freude an ihrem Tun, geht sie aufs Publikum über.“ Das wollen Inga Schmidt und die Chorgemeinschaft beim großen Kirchenkonzert am 2. Juli unter Beweis stellen.

Info Im Projektchor sind weiterhin Sänger und Sängerinnen willkommen. Eine Mitgliedschaft in der Chorgemeinschaft ist nicht erforderlich. Geprobt wird jeden Donnerstag von 20 Uhr an im Rathaus Unterkirchberg.

500 Jahre Martinskirche Unterkirchberg

Jubiläumsjahr Die Kirchengemeinde St. Martin eröffnet das Programm mit einem besonderen Festgottesdienst am Sonntag, 19. Februar (9 Uhr). Aus „lebendigen Steinen“ wird ein Haus gebaut, Pfarrer Jochen Boos und Kirchengemeinderäte gestalten eine Dialogpredigt, die Band „Genezareth“ musiziert. Weitere 14 Veranstaltungen sind geplant. So wird am 17. März eine Kirchenchronik präsentiert, am 19. März gibt es eine Orgelführung, am 15. Juni das Pfarrgartenfest, am 2. Juli, findet das Kirchenkonzert der Chorgemeinschaft statt. Am 11. November spricht Bruder Jakobus Kaffanke vom Kloster Beuron über den Heiligen Martin, tags darauf ist Kirchenpatrozinium.