Kreisrätin Marita Kaiser tritt mit sofortiger Wirkung aus der Fraktion der Freien Wähler im Neu-Ulmer Kreistag aus. Das teilt die ehemalige Illertisser Bürgermeisterin in einem offenen Schreiben an Landrat Thorsten Freudenberger und FW-Fraktionschef Kurt Baiker mit. „Ich darf Sie bitten, mich ab Dezember 2019 als parteilose Kreisrätin zu führen.“

Kaiser betont, dass die Entscheidung in keiner Weise etwas mit der FW-Landratskandidatin Susanna Oberdorfer-Bögel zu tun habe. Ihre Entscheidung gehe auf den aktuellen – mit ihr als speziellem Fall nicht besprochenen – mehrheitlichen Beschluss der erweiterten Vorstandschaft der Freien Wähler zurück, der besagt, dass ausnahmslos nur Mitglieder aus Orts- oder Kreisverbänden der FW als Kandidaten für den Kreistag aufgestellt werden.

„Parteilose Kandidaten wie ich scheiden damit aus“, berichtet Kaiser. Diese einschränkende Regelung gebe es in anderen Parteien in dieser „dogmatischen Form“ nicht. Kaiser möchte sich durch den Beschluss nicht zu einem Eintritt in die FW-Gruppierung drängen lassen.

„Für mich ist dieser Beschluss einer Gruppierung, die in ihrem Namen den Begriff ,frei’ führt und die sich mit dem ,freien’ Denken seiner Mitglieder profilieren will, geradezu ein Paradoxon.“