Rathaus, Stadtbücherei, Fuggerhalle. Dort können Bürger in Weißenhorn im Internet surfen – kostenlos, drahtlos und unbegrenzt. Nun will die Stadt weitere Hotspot-Standorte einrichten: am Freibad, in der Stadthalle und auf dem Bahnhofsareal. Darauf haben sich die Mitglieder des Stadtrats in ihrer jüngsten Sitzung verständigt. Demnächst sollen die Kosten dafür ermittelt, die entsprechenden Summen im Haushalt fürs kommende Jahr  berücksichtigt werden.

Die Stadt profitiert bei dem Vorhaben vom so genannten Bayern-Wlan – einer Initiative des Freistaats, der bis 2020 für ein möglichst dichtes Hotspot-Netz sorgen will und die Kommunen finanziell unterstützt. Die Weißenhorner erhalten 2500 Euro pro Hotspot-Einrichtung, die laufenden Kosten für den Unterhalt  der Standorte übernimmt die Stadt. (siehe Info-Kasten).

Wichtig ist vor allem die Einbeziehung des umgebauten Bahnhofs in das Projekt, wie es im Stadtrat hieß. Dabei war dieser Standort zunächst gar nicht vorgesehen, der Bahnhof wurde erst auf Vorschlag der Stadträte mit in den Beschluss aufgenommen. Mit der Wiederaufnahme des Bahnverkehrs von Weißenhorn nach Senden und Ulm habe der Bahnhof seine ursprüngliche Bedeutung zurückerhalten. „Er ist das Eingangstor zur Stadt“, sagten Bernhard Jüstel (WÜW) und Franz-Josef Niebling (CSU).

Unterdessen gab es Kritik wegen schlechter Übertragungsraten in der Innenstadt. Nach Angaben von SPD-Stadtrat Thomas Schulz stünden vielen Innenstadt-Bewohnern nur 6 bis 16 Megabit zur Verfügung, was alles andere als zeitgemäß sei. Die Ortsteile hätten der Kernstadt in Sachen schnelles Internet den Rang abgelaufen.

Eine Million Euro investiert Weißenhorn in den seit Jahren laufenden Ausbau der so genannten Datenautobahn. Im vergangenen Herbst ist der Anschluss etlicher Stadtteile an das Glasfasernetz abgeschlossen worden, andere Bereiche hinken aber noch hinterher. Das Problem ist bekannt, heißt im Rathaus. Es soll möglichst bald behoben werden.

Initiative für Hotspots in Bayern


Bayern-Wlan „Bayern wird das erste Bundesland mit einem eigenen Wlan-Netz.“ Dieses Ziel hat sich die Staatsregierung auf die Fahnen geschrieben und das Projekt Bayern-Wlan ins Leben gerufen.  Das Ziel: Bis 2020 sollen rund 20 000 Hotspots „an zentralen Orten“ zur Verfügung stehen. Das Bayern-Wlan-Zentrum in Straubing koordiniert die Initiative.