Sport Mehr Schwung für Rhönräder

Von Sonja Fiedler 13.01.2018
Weite Wege, hohe Kosten: Ein neuer Förderverein will die außergewöhnliche Turndisziplin nun unterstützen. Die Hochburg ist Senden.

In Senden und Neu-Ulm hat sich ein neuer Verein gegründet: „Förderverein Rhönradturnen Senden Ay“ nennt er sich und hat das Ziel, die Rhönrad-Turnerinnen des TV Senden-Ay zu unterstützen. „Fahrtkosten, Unterkünfte, Trainingsanzüge, Sportgeräte, das alles kostet viel Geld“, sagt Vorsitzende Silke Gmeiner. Der Hauptverein übernehme zwar einen Teil der Kosten, aber alles könne er nicht tragen. Vieles müssten die Eltern selber zahlen, mancher stoße dabei an seine Grenzen.

„Ein Reifenturn- und Sportgerät mit zwei durch Verstrebungen im Abstand gehalten Reifen.“ So wurde das Patent des Rhönrads 1925 beschrieben. Beim TV Senden-Ay trainieren 40 Mädchen der Turnabteilung regelmäßig mit dem rollenden Rad. „Es macht ihnen einfach richtig Freude“, sagt Gmeiner. Ihre 13-jährige Tochter Lea ist seit acht Jahren dabei, wurde 2016 und 2017 Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse.

Das Bundesklasse-Team aus Leonie Sauter, Annika Fischer, Nina Rupp, Alisha Bahcic, Cindy Reichl, Karolin Balzer und Lea Gmeiner ist mehrmaliger Landes-Meister und hat 2017 den Platz fünf bei den deutschen Meisterschaften errungen. Kürzlich wurden die Mädchen beim Neujahrsempfang der Stadt Senden für ihre Erfolge geehrt. Leonie Sauter verpasste 2016 nur knapp die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. „Es ist Wahnsinn, wenn man sieht, wie sich die Mädchen entwickelt haben“, sagt Gmeiner.

Weil Rhönrad eine Randsportart ist, sind die Wettkämpfe meist weit weg, in Flensburg und Berlin etwa. Da die Struktur des Hallenbodens wichtig ist, müssen die Mädchen frühzeitig anreisen, um sich einzuturnen, sagt Gmeiner. Daher werden hohe Fahrt- und Übernachtungskosten fällig. Hinzu kommen Fortbildungskosten für Übungsleiter und Kampfrichter. Aktuell müssen neue Turnanzügen gekauft werden.

„Daran wollen wir uns beteiligen. Es ist schön, wenn die Gruppe eigene Anzüge hat und geschlossen auftritt.“ Mitglied im Förderverein kann jeder werden. Mit 33 Euro im Jahr ist man dabei, spendende Mitglieder zahlen 111 Euro, Firmen können für 333 Euro im Jahr einsteigen. Diese könnten auf T-Shirts oder bei Veranstaltungen der Rhönrad-Gruppe in Senden Werbung machen, sagt Gmeiner. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir einige Firmen gewinnen könnten.“ Zweiter Vorsitzender des Vereins ist Falko Schille, Raphaela Negele führt die Kasse. Manuela Pritschkat-Ulrich ist Schriftführerin. Beisitzer ist Trainer Oliver Müller.

Was sich der Verein langfristig wünscht? „Eine mobile Sprunggrube zum Training“, sagt Gmeiner. Davon könne die gesamte Turnabteilung profitieren. Doch bis dahin sei es ein weiter Weg.

Info Interessenten können sich unter rhoenrad.senden@gmail.com melden.