Martinus-Glocke: "Ich breche Wolken und verjage Gewitter"

SWP 10.08.2013

Die Zwölf-Uhr-Glocke in der Dietenheimer Stadtpfarrkirche ist Sankt Martinus geweiht und wird seit jeher auch als Wetterglocke benutzt. Die Glocke, schwerer als 1300 Kilogramm und mehr als einen Meter hoch, läutet im tiefen es-Ton und wurde im Jahr 1699 von Peter Rosier "im Schatten der Pfarrkirche" gegossen, wie es im städtischen Kirchenführer heißt. Auf ihrem Mantel trägt sie in lateinischen Lettern die Inschrift: "Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der seligen Jungfrau und Gottesgebärerin Maria und des hl. Bekennerbischofs Martinus, des Patrons der Dietenheimer Pfarrkirche, lobe ich den wahren Gott, rufe das Volk, versammle die Geistlichen, beweine die Toten, vertreibe die Pest, verschönere die Feste, breche Wolken und verjage Gewitter...".

Das Wetter-, Sturm-, oder Gewitterläuten geht bis ins Mittelalter zurück und war in frommen katholischen Gemeinden der Alpenländer besonders verbreitet. Die Sorge um ausreichende Ernährung bestimmte den harten Alltag. Schwere Unwetter mit Ernteausfällen hatten Hungersnöte zur Folge und so trachteten die Menschen mit allen Mitteln danach, Unwetter fernzuhalten.

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