Weißenhorn: Heimatmuseum sichtet und sortiert 28 000 Exponate Mammutaufgabe für Museumshelfer in Weißenhorn

Volkskundlerin Yvonne Schülke und Museumsleiter Matthias Kunze bei der Arbeit. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern bringen sie Ordnung in die Depots. 
Volkskundlerin Yvonne Schülke und Museumsleiter Matthias Kunze bei der Arbeit. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern bringen sie Ordnung in die Depots.  © Foto: Claudia Schäfer
Weißenhorn / Carsten Muth 13.02.2019

Das Weißenhorner Heimatmuseum hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf in der Region erarbeitet. Dort wird in wechselnden Ausstellungen allerdings nur ein Bruchteil von dem gezeigt, was schon lange im Besitz der Einrichtung ist. In vier in der Stadt verteilten Depots schlummern derzeit rund 28 000 Exponate aus diversen Epochen der Weißenhorner Stadtgeschichte. Seit gut zwei Jahren werden diese Objekte gesichtet, gereinigt, dokumentiert, historisch bewertet und einsortiert. Am Montagabend nun hat Museumsleiter Matthias Kunze im Kulturausschuss des Stadtrats von der laufenden Inventarisierung berichtet – und großes Lob erhalten.

Ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Die Arbeiten sind nach Angaben Kunzes in vollem Gange. Seit Frühjahr 2017 sichten er, seine Kollegin und Volkskundlerin Yvonne Schülke sowie einige fleißige, ehrenamtliche Helfer des Museumsvereins die kleinen und großen Exponate, darunter viele mit kirchengeschichtlichem Hintergrund.

Kunze machte deutlich: Es ist eine wahre Mammutaufgabe, Ordnung in die Depots zu bringen. Alleine die ehrenamtlichen Helfer hätten 2018 insgesamt 1300 Arbeitsstunden in die Sichtung investiert. „Wir kommen aber ganz gut voran, es ist eine spannende Aufgabe.“ Die Inventarisation eines Objekts erfordere durchschnittlich 30 Minuten.

Die Exponate in den vier Depots seien inzwischen „so durchsortiert“, dass ihnen ein Platz in festen Objektgruppen zugewiesen werden konnte. „Die Arbeit aber ist längst noch nicht geschafft“, betonte Kunze. Er rechnet damit, die Inventarisierung in vier bis fünf Jahren abzuschließen – wenn alles nach Plan läuft.

 Das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen funktioniere bestens, sagte  Kunze. Die gemeinsame Leistung, das strukturierte und entschlossene Vorgehen habe auch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern beeindruckt, hieß es. Sie fördere deshalb die Inventarisierung, in die die Stadt viel Geld steckt, ebenfalls finanziell.

Beeindruckt waren auch die Stadträte im Kulturausschuss: „So, wie ich das sehe, sind wir auf dem richtigen  Weg“, sagte WÜW-Stadtrat Werner Weiss. Sein Kollege Michael Schrodi (CSU) sagte, dass die Depots des Museums früher einen chaotischen Eindruck gemacht hätten. „Nun aber kommen wir richtig voran.“ SPD-Fraktionssprecher Herbert Richter räumte ein, dass er sich vor etwa zwei Jahren noch nicht habe vorstellen könne, dass die Inventarisierung so gut funktionieren könnte. „Größten Respekt für diese konzentrierte Arbeit. Das muss ich wirklich sagen“, sagte Richter zu Museumsleiter Kunze.

Der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt stimmte in die Lobgesänge ein. Die 28 000 Exponate stellte die „Basis dar, das historische Erbe dieser Stadt zu bewahren“.

Vier Depots in der Stadt verteilt

Standorte Die Sammlung des Weißenhorner Heimatmuseums umfasst derzeit geschätzte 28 000 Objekte. Diese sind auf das Hauptdepot im Eschach, dort lagern alleine 20 000 Exponate, das Depot im Heimatmuseum (3000) und das Depot in der Kläranlage (5000) verteilt.

Umbau Die Museumsleitung muss neben der Inventarisierung in diesem Jahr eine weitere Aufgabe meistern – und dafür sorgen, dass das Heimatmuseum in der Altstadt leergeräumt wird – für den anstehenden Umbau und die Erweiterung der Einrichtung. In einer der kommenden Stadtratssitzungen sollen Pläne für den Umbau vorgestellt werden.

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