Kreis Neu-Ulm / Barbara Hinzpeter Kurz nach seinem 18. Geburtstag ist der an Leukämie erkrankte Junge gestorben. Seine Mutter bedankt sich für die große Unterstützung.

„Er ist friedlich eingeschlafen“, sagt Lukas Mutter Silvia Hein. Das sei ein Trost für sie. „Er hatte keine Schmerzen. Das war uns ganz wichtig.“ Seine Eltern und engsten Freunde waren bei Lukas, als er am Montag an septischem Organversagen gestorben ist. Die ganze Region trauert mit der Familie, weil Lukas den Kampf gegen die heimtückische Krankheit Leukämie verloren hat.

Lukas aus Unterfahlheim ist tot Leukämie: Der 18-jährige Lukas ist gestorben

Im November 2018 erhielt Lukas aus Unterfahlheim die Diagnose Leukämie. Am Montag verlor er den Kampf gegen den Krebs.

Passender Spender gefunden

Dabei hatte es zuletzt Hoffnung für den 18-Jährigen gegeben: Bei zahlreichen Typisierungsaktionen in der Region haben sich tausende Menschen für eine mögliche Stammzellspende typisieren lassen – und ein passender Spender für Lukas wurde auch gefunden.

Die Stammzelltransplantation Anfang März war zunächst erfolgreich, die Zellen waren angewachsen und mittlerweile hatten sich viele neue gebildet. Doch immer wieder gab es auch Rückschläge, erzählt Silvia Hein.

Aber Lukas hatte nie die Hoffnung aufgegeben, wieder gesund zu werden. Seinen 18. Geburtstag am 1. April habe er zwar leider verschlafen und auch die Tage darauf sei sein Zustand sehr kritisch gewesen, erzählt seine Mutter. Doch Lukas habe sich immer wieder aufgerappelt. „Es ist unfassbar. Er hatte die Transplantation so gut überstanden“, sagt Silvia Hein.

Eltern bedanken sich für die Unterstützung

Die vergangenen sechs Monate haben sie und ihr Mann so gut wie „nonstop“ in der Klinik verbracht, getragen von der Hoffnung und dem Beistand vieler Menschen. Es sei ihr ein Anliegen, im Namen der Familie für die „tolle Unterstützung und Begleitung“ zu danken, betont die Unterfahlheimerin. „Viele Menschen haben bei mir angerufen, und viele haben für Lukas gebetet.“

Im vergangenen November hatte Lukas, der bereits als Vierjähriger eine Krebskrankheit überstehen musste, die Diagnose erfahren: Er litt an akuter myeloischer Leukämie. Umgehend wurde daraufhin die Therapie mit dem ersten Chemoblock begonnen.

Auch Freunde und Bekannte reagierten sofort: Weil Lukas eine Stammzelltransplantation benötigte, organisierten sie Typisierungsaktionen, um einen Spender für Lukas zu finden.

Zahlreiche Typisierungsaktionen in der Region

Die erste Aktion stellte die Jugendgruppe des Fischereivereins Elchingen auf die Beine. Die Jungfischer setzten alle Hebel in Bewegung, um ihrem Freund und Vereinsmitglied zu helfen. Die Jungfischer lösten eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft aus: 1300 Frauen und Männer gaben im Konstantin-Vidal-Haus eine Speichelprobe ab und ließen sich in die Spenderdatei aufnehmen. Auch in Senden und bei Bosch-Rexroth, dem Ausbildungsbetrieb von Lukas, meldeten sich mögliche Spender. Die Klassenkameraden aus der Berufsschule und das Vöhringer Illertal-Gymnasium folgten diesem Beispiel. So konnten mehr als 2000 Menschen als potentielle Spender ins Knochenmarkregister aufgenommen werden.

Kinder der Grund- und Mittelschule Straß arbeiteten einen Tag in Betrieben, bei der Gemeinde und in den eigenen Familien und spendeten den Lohn, um Typisierungsaktionen zu finanzieren.

Ganze Region nahm Anteil

Die ganze Region nahm Anteil am Schicksal des jungen Unterfahlheimers. Laut Silvia Hein sind insgesamt mehr als 70.000 Euro zusammengekommen, um die Typisierungen zu bezahlen. Einige Menschen spendeten auch für Lukas persönlich.

Die traurige Nachricht von seinem Tod macht nicht zuletzt seine Freunde im Fischereiverein sprachlos, viele Menschen drückten auch auf Facebook ihre Fassungslosigkeit und Trauer aus.

Lukas Beerdigung findet am Freitag, 26. April, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Oberfahlheim statt.