Engagement Löschen, retten und im Gerätehaus übernachten

Der Mann am Fenster macht Probleme. Die Jugendfeuerwehr hat in Elchingen praxisnahe Großübungen abgehalten.
Der Mann am Fenster macht Probleme. Die Jugendfeuerwehr hat in Elchingen praxisnahe Großübungen abgehalten. © Foto: Patrick Fauß
Elchingen / Patrick Fauß 24.07.2018

Rauch dringt aus dem Fenster im Obergeschoss. Ein Mann schickt sich an, herauszuspringen. Nachwuchsfeuerwehrkräfte stellen eine Leiter ans Fenster. Der Mann schimpft aufgeregt und weigert sich zu klettern. Endlich lässt er sich überzeugen und wird in Sicherheit gebracht. Der angenommene Brand im Vereinsheim des UECV „Storchaneascht“ in Unterelchingen bildet den Auftakt zu „Elchingen brennt“, einer 24-Stunden-Übung der Elchinger Jugendfeuerwehr.

Beim „Feuer“ im Vereinsheim müssen weitere Vermisste, gespielt von Mitgliedern der Elchinger Wehr, aus dem Haus geholt werden. Schläuche werden angeschlossen, der Wasserstrahl aufs Hausdach gerichtet. Die Lage ist unter Kontrolle. „Das Wasser war schnell da, alles ist gut gelaufen“, meint Übungs-Gruppenführer Florian Schuler (16) am Ende. Auch der Jungendleiter der Unterelchinger Jugendgruppe, Philipp Nichols, ist zufrieden. „Bei so einer Übung kann man aus dem Vollen schöpfen“, sagt der 34-Jähirge. Der renitente Mann am Fenster, den es zu retten galt, war Absicht. „Das bringt die Leute etwas aus dem Konzept.“ Eine wichtige Vorbereitung auf die Realität. Jeder Einsatz verlaufe anders. Feuerwehrleute müssten lernen, flexibel zu reagieren.

Feuerwehrfahrzeuge aus allen Ortsteilen haben die Großübung unterstützt. „Es ist eine gute Gelegenheit für die Jugendlichen, mal das große Material einzusetzen“, ergänzt Stefan Moser (33), Leiter der Thalfinger Jugendfeuerwehr. In den folgenden Stunden nehmen die Nachwuchsfeuerwehrleute an zwei weiteren Großübungen teil. Es gilt, eingeklemmte Autofahrer zu retten und einen Brand auf einem Thalfinger Bauernhof in den Griff zu bekommen. Abends ist gemeinsames Übernachten in den jeweiligen Feuerwehrgerätehäusern angesagt. Auf diese Weise wird auch eine 24-Stunden-Schicht der Berufsfeuerwehr simuliert.

Vergangenes Jahr hatte die Jugendfeuerwehr die erste 24-Stunden-Übung dieser Art. Nach Ansicht der drei Jugendleiter der Ortsteilgruppen helfen die beiden Tage mit groß angelegten Übungsszenarien, die positive Wahrnehmung bei der Bevölkerung zu stärken. „Viele Leute kommen aus den Häusern und schauen zu“, erläutert David Palesch, Leiter der Oberelchinger Jungendfeuerwehr.

Die Jugendlichen äußerten sich ebenfalls positiv. Alles sei noch besser gelaufen als im vergangenen Jahr. „Die damals gewonnene Praxis hat viel geholfen“, meint der Jugendleiter. Aber auch in Übungstermine platzt manchmal die Realität hinein. Wegen eines echten Polizeieinsatzes in der Thalfinger Straße mussten die Oberelchinger zwei kleinere Übungen ausfallen lassen.

Fast 50 Feuerwehr-Kameraden unterwegs

Einsätze Die 24-Stunden-Übung der Elchinger Jugendfeuerwehr ging von Samstagvormittag bis Sonntagvormittag. Es gab in dieser Zeit drei Großübungen. Jeweils in Unterelchingen, Oberelchingen und Thalfingen. An diesen haben die 23 zwischen 12 und 17 Jahre alten Nachfuchsfeuerwehrleute aus den drei Ortsteilen teilgenommen. Dazwischen gab es kleinere Einsätze für die Jugendgruppen ihn ihren Teilorten. 25 bereits ausgebildete Feuerwehrleute unterstützten die Übungen. Sie sperrten Straßen und fuhren die Fahrzeuge.

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