Bildung Lessing-Gymnasium: Kosten für Stadt Neu-Ulm

Bei einer möglichen Kreisfreiheit kommen Kosten auf die Stadt Neu-Ulm in Sachen Bildung zu. (Symbolbild)
Bei einer möglichen Kreisfreiheit kommen Kosten auf die Stadt Neu-Ulm in Sachen Bildung zu. (Symbolbild) © Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Neu-Ulm / Niko Dirner 06.03.2018
Bei einem Kreisaustritt wird die Stadt fürs Lessing-Gymnasium 80 Prozent der Planung bezahlen müssen. Und den Neubau sowieso.

Er sei für eine klare Regelung, um auf alle Gerüchte und Meinungen rund um den geplanten Neubau des Lessing-Gymnasiums eine klare Antwort geben zu können. So hat im Kreis-Bauausschuss der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger für eine vorab ausgearbeitete Vereinbarung zwischen Stadt und Kreis Neu-Ulm geworben. Darin steht etwa, dass die Stadt, sollte es zum angestrebten Austritt aus dem Landkreis kommen, 80 Prozent der Planungskosten für die neue Schule in Wiley-Nord übernimmt. Aktuell bezahlt alles der Landkreis. Außer den Freien Wählern stimmten alle Kreisräte dafür.

Freudenberger hatte darauf verwiesen, dass das Gymnasium bis zum so genannten Nuxit in der Verantwortung des Kreises liege. „Die Schulfamilie sollte die Entscheidung der Stadt nicht ausbaden müssen“. Zumal nicht nur Kinder aus der Stadt das Lessing-Gymnasium besuchten. „Das ist eine Landkreis-Schule.“ Dass die Planungen noch nicht weiter sind, habe mit fehlenden Vorgaben vom Freistaat zu tun. Dabei geht es um die gewünschten „offenen Lernlandschaften“.

Bausubstanz wird gesichert

Außer um die Aufteilung der Planungskosten – weil die Stadt ja einstweilen noch Kreisumlage bezahlt, lehnt sie eine Beteiligung von 100 Prozent ab – geht es in der Vereinbarung auch um den laufenden Unterhalt. Demnach wird der Kreis nicht mehr „wert­erhöhend“ in die Schule investieren, sondern nur insoweit es notwendig ist, um die Bausubstanz zu erhalten und den Betrieb zu sichern. Die Stadt wird einstweilen über eine Lenkungsgruppe in die Planungen eingebunden.

Den auf 41 Millionen Euro taxierten Neubau, das wurde im Ausschuss deutlich, müsste eine kreisfreie Stadt selbst bezahlen. Wäre sie doch für Gymnasien und Realschulen zuständig.

Es sei auch angedacht gewesen, sowohl Kreisrat wie auch Stadtrat abstimmen zu lassen, ergänzte Kreisbaumeister Rudolf Hartberger. Bei gegensätzlichen Beschlüssen hätte es aber dann zu einer Blockade kommen können.

Für die Freien Wähler stellte Fraktionschef Kurt Baiker fest, es bestehe „keine Dringlichkeit, kein Handlungsdruck“. Die Schule sei in gutem Zustand und könne erstmal weitergeführt werden. Das bestätigten Kreisbaumeister Rudolf Hartberger und Gebäudemanager Joachim Müller: Nur rund neun Millionen Euro würde es kosten, das Gebäude energetisch auf Vordermann zu bringen und die Technik zu erneuern.

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