„Jeder kann helfen, jeder soll helfen“ – weil sie dieser Devise folgten, haben neun jugendliche Mitglieder der Thalfinger Katholischen jungen Gemeinde (KjG) eine Sonderschicht beim Pauken, Büffeln und Üben eingelegt. Auf dem Lehrplan standen etwa die „stabile Seitenlage“, das Verhalten am Unfallort oder bei Verletzten mit Bewusstseinsstörungen – und natürlich die Mund-zu-Mund-Beatmung. Der ganze geballte Stoff also, wie er bei einem ganztägigen Erste-Hilfe-Kurs üblicherweise vermittelt wird.

Dessen Leiterin, die Sanitätshelferin Rahime Catli von der ASB-Region Alb/Stauferland, zog ein strammes Programm durch, das sich inhaltlich nach ihrer Auskunft nicht unterschied von Kursen für Erwachsene. Formal hingegen aber schon: „Mehr interaktive Spiele“ baue sie heute ein, mehr Gruppenarbeit. Hoch konzentriert ging es zu im KjG-Kurs. Eine Lern-Disziplin wurde da an den Tag gelegt, dass so manche leidgeplagte Lehrkraft einer Schule wohl vor Neid erblassen würde.

Neue Handgriffe

Die jüngste Teilnehmerin war zehn und ebenfalls voll bei der Sache. Üblicherweise werde so ein Kurs ab 14 Jahren empfohlen, sagte die Kursleiterin. Die meisten Schüler haben dann bei den Vorbereitungen zur Fahrradprüfung bereits Grundkenntnisse in Erster Hilfe erlangt. Nun gelte es, diese aufzufrischen und zu vertiefen. Besonders, weil es sich bei den Teilnehmern um KjG-Gruppenleiter handelte. In einigen Monaten steht wieder ein Zeltlager an. Von schlimmen Unfällen seien sie zum Glück bislang verschont geblieben, aber ein leichter Sonnenstich oder eine Schnittwunde kämen immer mal wieder vor. „Ich mach’s auch wegen der anstehenden Führerscheinprüfung“, sagte Franka Jendreck.

Damit war ein Stichwort gefallen, das „Sani“ Catli zu einem Plädoyer nutzte: Viele Erwachsene hätten sich letztmals zu diesem Zeitpunkt mit dem Thema beschäftigt. Was da an Kenntnissen noch vorhanden sei? „Oft nicht sonderlich viel“, sagte sie. „Es hat sich zwischenzeitlich viel geändert.“ Selbst bei der „stabilen Seitenlage“. Man lerne heute einen anderen, einfacheren Griff.