Straßensanierung Langsamer durch Illertissen

Die marode Vöhlinstraße in Illertissen wird von Frühjahr an saniert.
Die marode Vöhlinstraße in Illertissen wird von Frühjahr an saniert. © Foto: Foto: Lisa Maria Sporrer
Illertissen / Von Lisa Maria Sporrer 20.12.2017

Im kommenden Frühjahr werden Bagger das Bild der Hauptverkehrsstraße in Illertissen prägen. Dann beginnt die Innenstadtsanierung im Bereich Vöhlinstraße West. Ein zweiter und dritter Bauabschnitt sollen folgen. Während der  Sanierung wird es für den motorisierten Verkehr schwieriger, in Illertissens Mitte zu gelangen.

Hintergrund des Umbaus: Die ehemalige Staatsstraße ist unterschiedlich breit und zeigt starke Abnutzungen durch das hohe Verkehrsaufkommen. „An manchen Stellen gleicht sie einer Holperpiste“, sagt Klaus Bäumler vom Ingenieurbüro Bäumler und Ammann. Außerdem sei das Kanalsystem überaltert und auch die Parksituation sei für den ruhenden Verkehr unbefriedigend. Mit einer neuen Fahrspur und Klinkern an den Randbereichen sollen die Autofahrer zum Langsam-Fahren angehalten werden.

Unterschriften-Aktion

Bereits im vergangenen Jahr stand das Sanierungskonzept auf der Tagesordnung des Illertisser Bauausschusses. Danach  hatten sich allerdings Anwohner mit einer Unterschriftenliste an die Stadträte gewandt. Besonders der mittlere Teil der Vöhlinstraße, der als zweiter Bauabschnitt „Vöhlinstraße Mitte“ nach seiner  Sanierung wie die Weiherstraße aussehen soll, stand in der Kritik. Die Gehwege seien in einem guten Zustand, ist die „Initiative Vöhlinstraße Mitte“ überzeugt. Deshalb reiche es aus, nach den Kanalarbeiten, lediglich die Fahrbahndecke zu erneuern. Auf mittlerweile zwei Anliegerversammlungen wurde jedoch deutlich, dass es nicht nur um die Geschwindigkeit und ein hübscheres Ortsbild geht, sondern, dass etliche andere Faktoren hinter dem Konzept der Sanierung stehen.

  • Die Parksituation. Während der Sanierung sollen öffentliche Stellflächen ausgewiesen werden. In den anderen Bereichen ist ein Parken auf der Straße künftig nicht mehr erwünscht. Dem Wunsch der Anlieger nach mehr privaten Stellflächen erteilte die Verwaltung eine Absage: aus Platz- und Kostengründen. Geplant ist, die bisherigen Parkzeitregelungen beizubehalten. So ist das Parken auch künftig in Bereich der 20er Zone für zwei Stunden frei, und im Bereich der 30er Zone unbegrenzt.
  • Gewerbetreibende. Noch vor Baubeginn will die Stadt mit den Inhabern in der Vöhlinstraße besprechen, wie ihre Geschäfte erreichbar bleiben und beworben werden können. Trotz der umfangreichen Kanalarbeiten sollen die Anlieger ihre Häuser und die Kunden die Geschäfte erreichen können.
  • Radweg. Der Schutzstreifen für Radfahrer wird bis zum Ende der Sanierungen beibehalten. Anschließend wird auf den Schutzstreifen verzichtet. Die Radfahrer werden im normalen Verkehr bei Tempo 30  mitgeführt.
  • Straßenbeleuchtung. Es wird derzeit ein Konzept für die Straßenbeleuchtung erstellt. Im westlichen Teil werden voraussichtlich, wie auch im Bereich der Hauptstraße, Laternenleuchten verwendet. Auch eine Umrüstung auf LED ist im Gespräch.
  • Beitragspflichten. Am Ausbau der Straße werden sich auch die Anlieger beteiligen müssen. Dabei wird der Ausbau, obwohl in drei Abschnitten erfolgend, als ein einziger abgerechnet. Das heißt, die Vöhlinstraße erstreckt sich als beitragsrechtliche Anlage von Westen in Richtung Osten bis zur Steig rauf (Einmündung Tiefenbacher Weg). Da die Straße als Hauptverkehrsstraße eingestuft wird, zahlt die Stadt 70 Prozent der anfallenden Kosten. 30 Prozent müssen die Anlieger erbringen.

Manches ist kritisch

Einige Punkte der geplanten Sanierung werden nicht nur von Anwohnern, sondern auch von den Stadträten kritisch gesehen. So etwa der Fahrbahnteiler im östlichen Abschnitt. Zwar soll in diesem Bereich lediglich die obere Schicht der Straße saniert werden, allerdings wird auch über eine Art Verkehrsinsel diskutiert. Die Idee, so zu einer weiteren Reduzierung der Geschwindigkeit beizutragen, war ein Wunsch aus der ersten Anliegerversammlungen. Andere Möglichkeiten das Tempo zu drosseln, etwa  durch stationäre Blitzer, Farbgestaltung oder ein Zebrastreifen, sind aus Sicht der Planer nicht umsetzbar.

Start im Frühjahr

Zeitplan. Der erste Abschnitt der Vöhlinstraße im Abschnitt „West“ vom Rathausplatz bis zur Straße  „Auf der Point“ wurde nun vom Bauausschuss genehmigt und kann nach der Bewilligung des Zuschusses der Regierung Schwaben ausgeschrieben werden. Das Planungsbüro rechnet  damit, dass im April oder Mai mit den Arbeiten begonnen werden kann. Bis Oktober 2018 soll der Abschnitt dann fertig sein. Der zweite Bauabschnitt „Mitte“, von „Point“ bis zum Ende der Wohnbebauung, wird danach dann mit dem dritten Bauabschnitt „Ost“ zusammengelegt. Das wird 2019 realisiert.

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