Landgericht Landgericht: Verteidiger will Fall abgeben

Memmingen / bf 10.07.2018
Eine mutmaßliche Drogenbande steht in Memmingen vor dem Landgericht. Nun will ein Verteidiger den Fall abgeben.

Am Montag ging der Prozess gegen eine mutmaßliche Drogendealer-Bande vor dem Memminger Landgericht weiter – mit Unterbrechungen. Der Verteidiger eines der fünf Angeklagten möchte den Fall abgeben. Er sei nicht in der Lage, seinem Mandanten eine „ordnungsgemäße Verteidigung anzubieten“.

Dieser soll die Bande als Kurier unterstützt haben, er ist der Beihilfe angeklagt. Dafür muss er nun mit einer Freiheitsstrafe zwischen fünfeinhalb und sechs Jahren rechnen, das wurde in einem Rechtsgespräch vereinbart. Das sei unverhältnismäßig hoch, meint der Verteidiger.  Relativ gesehen werde sein Mandant härter bestraft als einer der Organisatoren der Bande, dessen Vergehen viel schwerer wiege.

Angeklagter zeigte Reue

Ihn erwartet eine Haftstrafe zwischen neuneinhalb und zehn Jahre. „Diese Diskrepanz bleibt mir unverständlich“, sagte der Anwalt. Zumal sein Mandant gestanden und Reue gezeigt habe, der andere  schweige. „Da liegt eindeutig ein Verteidiger-Fehler vor.“ Er beantragte, sich zu entpflichten. Eine Anwältin aus München könne den Fall übernehmen. Bis sie sich eingearbeitet habe, solle die Verhandlung unterbrochen werden. Richter Jürgen Hasler äußerte sich dazu noch nicht. Die Verhandlung wird am Dienstag, 17. Juli, wie geplant fortgesetzt.

Die fünf Männer – drei kommen aus dem Kreis Neu-Ulm – sollen Drogen vom europäischen Festland nach Großbritannien geschmuggelt haben. Die Polizei stellte 35 Kilogramm Kokain, 54 Kilogramm Ketamin und 6,5 Kilogramm Marihuana sicher.

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