Gundremmingen Kurzschluss: Notstrom für Atommeiler

Gundremmingen, der abgeschaltete Block B.
Gundremmingen, der abgeschaltete Block B. © Foto: Volkmar Könneke
Gundremmingen / Niko Dirner 17.05.2018
Gundremminger Kraftwerk nach Gewitter eine Stunde lang von der Hauptleitung getrennt. Dieselaggregat läuft an.

Was passiert, wenn in einem Atomkraftwerk der Strom ausfällt? Damit müssen sich Betreiber und Aufsichtsbehörden von jeher auseinandersetzen. Denn ohne Strom funktionieren irgendwann die Kühlwasserpumpen und die Leittechnik nicht mehr. Dann könnte die Anlage schlimmstenfalls unbeherrschbar werden. Um dies zu verhindern, sind in Deutschland umfangreiche Sicherheitssysteme vorgeschrieben. Beim Meiler in Gundremmingen hat dieses System am Sonntag beweisen müssen, dass es funktioniert. Was es laut einer Mitteilung getan hat.

Am jenem Abend tobte ein Gewitter über dem Kraftwerk. Es gab einen Kurzschluss. Und die 400-Kilovolt-Leitung, die das AKW mit Strom versorgt, schaltete sich ab. Und infolgedessen auch ein Maschinentransformator in Block C, über welchen der Strom ins Kraftwerk abgegeben wird. Der zweite Maschinentransformator des Blocks war wegen Wartungsarbeiten im Rahmen der laufenden Revision nicht verfügbar. Und Block B ist seit Ende 2017 abgeschaltet, er wird stillgelegt. Selbst produziert die Anlage also derzeit gar keine elektrische Energie, sie ist vollständig auf eine externe Versorgung angewiesen.

Nachdem der Hauptnetzanschluss ausgefallen war, habe sich automatisch und „binnen Minuten“ das 110-Kilovolt-Reservenetz zugeschaltet, sagt AKW-Sprecherin Simone Rusch. Zudem sei „auslegungsgemäß“ ein Notstromdieselaggregat angelaufen. „Somit war die Stromversorgung zuverlässig sichergestellt.“ Die Frage, ob da nicht dem einen oder anderen Techniker der Angstschweiß auf der Stirn gestanden hat, lässt Simone Rusch unbeantwortet. „Alles hat funktioniert, wie es sein soll. Das ist doch eine positive Nachricht.“ Zumal es auch noch andere 110-Kilovolt-Anschlüsse und weitere Notstromdiesel gäbe. Nach gut einer Stunde sei das Kraftwerk wieder mit dem öffentlichen Netz verbunden worden.