Wirtschaft Kurzarbeit bis Jahresende bei Bosch-Rexroth

m Werk von Bosch-Rexroth in Elchingen bereiten sich die Beschäftigten auf Kurzarbeit vor. Noch im November soll vier bis fünf Tage die Produktion weitgehend ruhen. Mehr als 2000 der 3000 Mitarbeiter sind davon betroffen.
m Werk von Bosch-Rexroth in Elchingen bereiten sich die Beschäftigten auf Kurzarbeit vor. Noch im November soll vier bis fünf Tage die Produktion weitgehend ruhen. Mehr als 2000 der 3000 Mitarbeiter sind davon betroffen. © Foto: Lars Schwerdtfeger
WILLI BÖHMER 14.11.2012
Die Unternehmensleitung von Bosch-Rexroth in Elchingen und der Betriebsrat haben eine Betriebsvereinbarung über Kurzarbeit abgeschlossen. Etwa 2000 Mitarbeiter sind betroffen. Am 22. November geht es los.
Wochenlang wurde verhandelt, jetzt steht es fest: Bei Bosch-Rexroth in Elchingen gibt es Kurzarbeit. Dadurch sollen Auftragseinbrüche vor allem im asiatischen Raum kompensiert werden. An Entlassungen sei nicht gedacht. Angemeldet wurde der Zeitraum vom 1. November bis 31. Dezember, der erste konkrete Kurzarbeitstag ist der 22. November. Etwa 2000 der 3000 Beschäftigten sollen kurzarbeiten, berichtete Unternehmenssprecherin Jana Ullsperger. Die Mitarbeiter sind unterrichtet.

Die Abteilungen sind unterschiedlich stark betroffen, deshalb lässt sich keine genaue Angabe darüber machen, wer am 22. und den folgenden Kurzarbeitstagen nicht arbeiten muss. Im November werde es vier bis fünf solcher Tage geben, berichtete Ullsperger. Im Dezember werde neu entschieden, wie viele Kurzarbeitstage notwendig sind, je nach der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Prognose für das Jahr 2013 wage derzeit niemand abzugeben.

Bereits im zweiten Quartal 2012 hatte sich die Konjunktur im Maschinenbau weltweit deutlich abgekühlt, sagte Ullsperger. Diese Entwicklung habe sich im 3. Quartal nahtlos fortgesetzt. Die ursprünglich sehr positiven Wachstumsprognosen von 4,5 Prozent seien deutlich nach unten korrigiert worden auf 2,5 Prozent. Das sei der stärkste Rückgang seit langem. Damit habe man den Tiefstand seit 2009 erreicht. Vor allem im asiatischen Raum sei der Abnehmermarkt deutlich geschrumpft. Nur der US-Markt bleibt bislang stabil, sagt die Unternehmenssprecherin.

Der chinesische Markt, auf dem Bosch-Rexroth stark engagiert ist, nimmt dabei eine Sonderrolle ein. Das erwartete riesige Wachstum früherer Jahre ließ sich nicht fortschreiben. Deshalb trat dort vor allem die Bauindustrie auf die Bremse, sagte Ullsperger. Und das Elchinger Unternehmen ist auf Hydraulik spezialisiert, auch auf solche, wie sie in Baumaschinen benötigt wird. Deshalb ist das Elchinger Werk auch aus diesem Bereich besonders stark betroffen.

Aber sie gehen davon aus, dass die Nachfrage im nächsten Jahr wieder deutlich anziehen wird. Dann werde auch die Kurzarbeit überflüssig. Ein Zeitpunkt lasse sich dafür derzeit jedoch nicht voraussagen.

Im Werk sei die Nachricht von der Kurzarbeit ruhig aufgenommen worden, Die Belegschaft wurde schon Ende Oktober vorinformiert. Und es gebe Erfahrungen mit Kurzarbeit. In den Jahren 2008/2009, als der Markt darniederlag, habe es keine betriebsbedingte Kündigung gegeben, sagte Jana Ullsperger. Das habe das Vertrauen der Mitarbeiter in das Unternehmen gestärkt, und auch die Zuversicht, dass es diesmal wieder so sein werde.

Die Auftragsflaute hatte bereits in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass im Elchinger Werk tageweise wenig bis nichts mehr lief. Im August stand die Produktion am mehreren Tagen weitgehend still. Damals konnten die Mitarbeiter wählen, ob sie Überstunden abbauen, Urlaub nehmen oder ihre Arbeitszeitkonten deutlich ins Minus überziehen (wir berichteten).