Kultur Kulturstadel: Autorin liest aus Märchen

Dotschka Meteorowa las aus ihren Märchen.
Dotschka Meteorowa las aus ihren Märchen. © Foto: Kurt Högerle
Wain / Kurt Högerle 14.05.2018

Private Bühnen gibt es nur wenige im Land, und Schäfers Kulturstadel ist vielleicht die ländlichste davon. Mit Sicherheit bietet der Stadel in Wain jedem Künstler – egal ob jung oder alt, arriviert oder neu – eine wertvolle Auftrittsmöglichkeit. Kürzlich war die in der Region fast gänzlich unbekannte Autorin Dotschka Meteorowa zu Gast. Sie kreiert eigene Märchen und gibt diese im Eigenverlag heraus.

Dotschka Meteorowa ist fast 80 Jahre alt. Geboren wurde sie in Sofia, studiert hat sie Hamburg, München und Köln und arbeitete von  1963 an als freischaffende Grafikerin. Im Rentenstand entdeckte sie die Sprache als eine weitere künstlerische Ausdrucksmöglichkeit und die verschiedenen Poetry-Slam-Wettbewerbe in ganz Deutschland als ihre Bühne. „Gewinnen tue ich selten, aber ins Finale komme ich immer“, sagte die Autorin. Diesmal las sie aber aus ihren Märchen.

Ihre poetischen und phantasievollen Traumgeschichten sind allesamt aus weiblicher Sicht geschrieben, fast immer sind erotische Elemente enthalten. Da ist zum Beispiel das Märchen von einer Frau, die sich unsterblich in einen Schauspieler verliebte – und sich in eine Filzlaus verwandeln ließ, um ihm ganz nahe zu sein. Zu nahe, denn wie sich herausstellte, war dieser Schauspieler abseits der Bühne alles andere als liebenswert. 

Die Geschichten von Dotschka Meteorowa haben sicher nicht die Tiefe und die Wortgewalt Grimmscher Märchen, aber sie sind poetisch und platzen fast vor Phantasie. Was den Abend wirklich zu etwas Besonderem machte, ist der leidenschaftliche Vortrag der Autorin.

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