Weißenhorn Kultur in der Schranne startet wieder durch

Weißenhorn / MICHAEL JANJANIN 19.02.2016
Kultur in der Schranne in der Altstadt von Weißenhorn: Die Initiative startet mit einem neuen Programm ins erste Halbjahr. Es ist regionaler geworden. Und die Veranstaltungen sind immer samstags.

Kunst und Kultur in einem der ältesten Gebäude der Stadt: Das Konzept zieht seit sieben Jahren - nicht immer ist das Haus ausverkauft, aber oft. Und missen möchte es auch niemand in der Fuggerstadt - "wir haben uns inzwischen ein Stammpublikum erarbeitet", sagt Thomas Schulz, bei der Initiative Kultur in der Schranne für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sieben Leute treiben das Konzept zurzeit um. Programmgestaltung, Organisation, Kartenverkauf und vieles mehr ist zu tun, "ein paar Helfer mehr wären schon nicht schlecht", ergänzt Schulz. "Aber die Arbeit lohnt sich, auch mit Hilfe unserer treuen Sponsoren eine Kulturbühne in solch einem Gebäude anbieten zu können." Zurück geht das Kulturprogramm auf eine Initiative von Bürgermeister Wolfgang Fendt im Jahr 2009. Die Schranne in Weißenhorn, erbaut Ende des 14. Jahrhunderts, war lange Zeit eine Begegnungsstätte für ihre Bürger. Sie war Kaufhaus, Rathaus, aber auch ein Ort des Vergnügens - mitten in der Altstadt von Weißenhorn. Die vergangenen Jahrzehnte stand das Gebäude aber leer, wurde kaum genutzt. 2010 wurde die Initiative Kultur in der Schranne gegründet. Die neue Spielzeit beginnt am 12. März mit zwei Musikerinnen aus dem Allgäu . "Vivid Curls" - Gitarre und Gesang ergeben Folkrock im unverbogenen Allgäuer Dialekt. Inka Kuchler und Irene Schindele hatten vor zehn Jahren als Straßenmusikerinnen begonnen, inzwischen spielen sie auf vielen Bühnen in Deutschland und der Schweiz.

Am 4. Juni erwartet Weißenhorn das "Schrammelquintett mit fünf Herren" in der Schranne. Die fünf Musiker haben sich dem Wiener Lied verschrieben, teilt Schulz mit. Und zwar nicht nur der weinseligen Heurigenmusik, sondern vor allem den Kompositionen aus jüngerer Zeit. Von Künstlern wie Roland Neuwirth, Ernst Molden und Georg Danzer. Schulz: Obwohl allesamt gestandene Schwaben, hat sie die Musik aus der Donaumetropole immer schon fasziniert - vor allem die Wiener Mundart.

Mit Otmar Walcher aus Bellenberg endet am 16. Juli das erste Spielhalbjahr in der Schranne: mit der Figur Jakob Wunder tritt Walcher als Solokabarettist in der Rolle eines Bruddlers auf. Er sinniert auf traditionell schwäbische Weise beispielsweise über die Zeit, als Kinder ganz allein ohne Handyüberwachung im Wald spielen durften, oder über den Genuss eines einfachen Schinkenwurstbrotes. Aus Geschichten wie diesen entstand sein erstes abendfüllendes Soloprogramm mit dem Titel: der Jakob Wunder Weg. Auf diesem trifft er auf allerlei Störenfriede, die ihn seiner Ruhe berauben. Freizeitsportler, E-Bike-fahrende Rentner oder Geocacher, die aus dem Unterholz herausstürzen und harmlose Wanderer erschrecken. Bekannt ist Otmar Walcher zudem aus der Faschingssendung "Schwaben Weiss-Blau" des Bayerischen Fernsehens, übertragen aus der Memminger Stadthalle mit einem Auszug aus seinem Programm dabei. Auch in diesem Jahr trat er dort vor der versammelten bayerischen Politprominenz um den Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf.

Info Mehr Informationen zum Programm und Kartenreservierung unter www.kultur-in-der-schranne.de.

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