Lärm Kreisstraße verlegen oder Lkw-Verbot?

Die Kreisstraße NU 8 verläuft mitten durch Thalfingen. Das stinkt den Anwohnern.
Die Kreisstraße NU 8 verläuft mitten durch Thalfingen. Das stinkt den Anwohnern. © Foto: Oliver Heider
Elchingen / Oliver Heider 16.05.2018

Die Verwaltung soll mit dem Landkreis und der Stadt Neu-Ulm verhandeln, ob der Verlauf der Kreisstraße NU 8 verlegt werden kann. Zudem soll ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen über 12 Tonnen geprüft werden. Das hat der Elchinger Gemeinderat beschlossen. Auch eine aktuelle Verkehrszählung vor und nach dem Ausbau der Bundesstraße 10 wünscht sich das Gremium.

Anlass war ein Antrag der Unabhängigen Freien-Wähler-Gemeinschaft (UFWG), die gefordert hatte, die Kreisstraße zu verlegen. Statt durch Thalfingen und Oberelchingen solle sie Richtung Burlafingen, über die Maybach- und Glockeraustraße bis zur Staatsstraße 2021 führen. Begründet worden war dies mit gestiegenem Schwerlastverkehr und häufigen Rückstaus durch die Schließzeiten am Bahnübergang in Thalfingen.

Doch gerade was das Verkehrsaufkommen angeht, stellte Bürgermeister Joachim Eisenkolb ernüchternde Zahlen vor: Der Verkehr habe eher abgenommen (siehe Infokasten). Laut Eisenkolb hatte die Stadt Neu-Ulm bereits 1999 eine Verlegung abgelehnt. Es sei zu bezweifeln, dass sie nun anders denke. Selbiges gelte für den Landkreis vor dem Hintergrund der geplanten Loslösung Neu-Ulms. Ferner habe das Straßenbauamt die NU 8 als „verkehrswichtigen Zubringer zum Kernstadtgebiet von Ulm/Neu-Ulm“ bezeichnet. Nicht zuletzt müsste die Gemeinde dann die 3,3 Kilometer lange Straße mit zwei Bahnübergängen und zwei Fußgänger-Unterführungen unterhalten, was Mehrkosten verursache.

Argumente, die Karin Batke (UFWG) nicht gelten ließ.  Gefühlt sei das Verkehrsaufkommen größer als früher, weshalb neue Messungen nötig seien. Lkw-Durchfahrtsverbote gebe es in Nersingen und Albeck. „Wenn die Kreisstraße nicht verlegt werden kann, dann soll wenigstens ein Durchfahrtsverbot kommen.“

„Wir alle sind für Lärmreduzierung“, sagte Reinhard Rotermund. Dafür signalisierte er Unterstützung durch die Elchinger Umweltliste (Eule). Bernd Schwerdtfeger (CSU) wies auf die „erheblichen Kosten“ hin, „die uns stark einschränken“. Eine neue Zählung sei aber sinnvoll. Ähnlich sah’s Andreas Mayr, dessen Freie Wähler (FWE) vor ein­einhalb Jahren mit einer Forderung nach Tempo 30 und Radspur in Thalfingen „abgeblitzt“ waren.

Sowohl Manfred Bittner (Eule) als auch Achim Götz (CSU) stellten klar, dass der UFWG-Antrag gut gemeint, aber falsch formuliert sei. Weshalb ihn das Gremium  einstimmig ablehnte, gleichzeitig aber festlegte, womit die Verwaltung beauftragt wird.

„Es gab die Zeit für eine Umgehungsstraße“, sagte Karl Mayer (CSU). Vor 10, 20 Jahren. Elchingen habe die Chance damals nicht genutzt. Nun sei man auf andere angewiesen.

Messungen deuten auf abnehmenden Verkehr hin

Historie Bereits seit dem Jahr 1985 wird auf Höhe des Bahnwärterhäuschens zwischen Thalfingen und Oberelchingen der Verkehr auf der Kreisstraße NU 8 amtlich gemessen. Demnach stieg die Zahl der Kraftfahrzeuge (durchschnittlich an Werktagen und Wochenenden) zunächst an: von 6271 (1985) auf 8888 (1990) an. Ähnlich hoch lag sie 1995 mit 8811. Allein an Werktagen wurden in letzterem Jahr 9965 Fahrzeuge gemessen. Seit 1995 sanken die Zahlen kontinuierlich wieder bis zum Jahr 2015 – auf 7684 an Werktagen und 7104 kombiniert mit dem Wochenende. Ein ähnliches Bild ergeben die Messungen des Schwerlastverkehrs über 3,5 Tonnen werktags, die auch 50 Busfahrten umfassen: Waren es 1985 noch 231 Fahrzeuge, stieg deren Zahl bis 1990 auf 313. 2015 waren es nur noch 181.

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