Kreis Neu-Ulm Kreis steht zu Sozialhilfe an Schulen

MICHAEL JANJANIN 15.11.2012
Die Diskussionen der Vergangenheit tragen Früchte: Die Einsicht, dass Jugendprävention mehr Mittel braucht, hat eine breite Basis im Landkreis.

Den Veränderungen in der Gesellschaft begegnen, bedeutet die Anstrengungen in der vorbeugenden Jugendbetreuung zu erhöhen. Das hat Landrat Erich Josef Geßner gestern bei der Verabschiedung von Helmut Schmidt aus dem Jugendhilfeausschuss betont. Der Psychologe und Familientherapeut ist seit 28 Jahren für die psychologische Beratungsstelle für Jugend und Familie zuständig und geht Ende November in den Ruhestand. Dass die Beratungsstelle, getragen von der Jugendfürsorge der Diözese Augsburg, um eine Personalstelle aufgestockt wird - diese Diskussion werde der Landkreis bald führen.

In der jüngsten Sitzung hat Schmidt noch mit allen anderen Ausschussmitgliedern eine ganze Reihe von Empfehlungen abgegeben, die Betreuung von Kindern und Jugendlichen jetzt schon zu stärken. Der Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen zum Beispiel ist Teil des Konzepts für die Bildungsregion Landkreis Neu-Ulm.

Die Stadt Illertissen hat über die katholische Jugendfürsorge einen Antrag auf Förderung einer 50-Prozent-Stelle für Sozialarbeit an der Bischof-Ulrich-Grundschule gestellt. Im sonderpädagogischen Förderzentrum Weißenhorn-Illertissen wird bereits eine Stelle aus dem Förderprogramm für Jugendsozialarbeit an Schulen für den Hauptschulbereich gefördert. Nun soll eine halbe Stelle für die Grundschule dazukommen. Der Grund: zunehmende physische und psychische Verwahrlosung von Kindern. Jeweils um eine halbe Stelle soll die Jugendsozialarbeit auch für die Grundschule in Senden und im Teilort Ay aufgestockt werden. Zuletzt war unter großem politischen und öffentlichen Druck für die Mittelschule in Weißenhorn ein Schulsozialarbeiter genehmigt worden. Damit sind im Landkreis mehr als zehn Sozialarbeiter an Schulen tätig - als Ansprechpartner für Eltern, Kinder und Jugendliche.

Bei den nun beantragten Stellen handelt es sich um Jugendsozialarbeit - diese wird durch das Sozialministerium gefördert. Die entsprechenden Anträge unterstützt der Jugendhilfeausschuss mit dem gestrigen Beschluss. Und: Dass der Landkreis bis zur ministeriellen Entscheidung in die Bresche springt und die Stellen im gleichen Umfang aus Mitteln des Programms Bildung und Teilhabe des Bundes mitfinanziert - wenn auch höchstens bis Ende kommenden Jahres.

Zugestimmt hat der Jugendhilfeausschuss auch dem Antrag des Kreisjugendrings (KJR), der aufgrund seines Umzugs von Vöhringen nach Neu-Ulm mehr Geld braucht. Die Empfehlung an den Kreisausschuss und Kreistag: den pauschalen Zuschuss um 26 500 auf 195 200 Euro zu erhöhen. Die Mehrkosten entstehen infolge der größeren Geschäftsräume und die entsprechend höhere Miete. Fündig geworden ist der Kreisjugendring im Pfaffenweg 35 in Neu-Ulm. Hinter dem Hornbach-Markt stehen 390 Quadratmeter zur Verfügung - für die bessere Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen und den Verleihservice für Zelte und Spielmaterial.

Das Objekt und den Mietvertrag haben Fachleute des Landratsamts bereits unter die Lupe genommen. Vor der Seite: alles in Ordnung. Kommunalpolitiker und Vertreter der Sozialverbände haben gestern die KJR-Vorsitzende Sandra Bückner bestärkt, "ein aktiver und reger Jugendring zu bleiben".