Kreis Neu-Ulm Kreis Neu-Ulm: Viele Leader-Projekte in Planung

Die Landschaft an der unteren Iller soll künftig attraktiver werden.
Die Landschaft an der unteren Iller soll künftig attraktiver werden. © Foto: LAG Regionalentwicklung Neu-Ulm
Landkreis Neu-Ulm / Bianca Frieß 03.09.2018
Mitfahrbänke, Radwege, Dorfladen: Einige Projekte im Kreis Neu-Ulm haben gute Chancen auf eine EU-Förderung.

Die Region soll attraktiver werden – für Einwohner und Besucher. Das hat sich der Verein „Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm“ zum Ziel gesetzt, der als Lokale Aktionsgruppe (LAG) für die Umsetzung des EU-Förderprogramms Leader in der Region verantwortlich ist. Das nimmt immer mehr Fahrt auf, kürzlich wurden wieder einige Vorhaben auf den Weg gebracht: Die Gemeinde Nersingen kann sich über eine finanzielle Unterstützung für ihre geplanten Mitfahrbänke freuen. Von Leader gibt es dafür rund 6200 Euro, bei Kosten von etwa 12 000 Euro. Die Bänke sollen künftig die Mobilität zwischen dem Hauptort Nersingen und den Ortsteilen verbessern. Wer darauf Platz nimmt, signalisiert: Er sucht eine Mitfahrgelegenheit. Im Frühjahr 2019 soll das Projekt verwirklicht werden, berichtet die Nersinger Gemeinderätin Anja Mayer-Ley.

Iller-Ufer aufwerten

Sieben weitere Leader-Projekte sind momentan in Vorbereitung, teilt die LAG mit. So auch die Errichtung eines Dorfladens im Sendener Stadtteil Witzighausen. „Da könnten wir relativ schnell zu einem Förderbeschluss kommen“, sagt Marina Kuhn, LAG-Geschäftsführerin. Die Planungen der Stadt seien weit fortgeschritten, im November soll eine Gesellschaft gegründet werden.

Ebenfalls gute Aussichten für einen raschen Förderbeschluss hat ein Projekt der Bayerischen Elektrizitätswerke (BEW). Diese möchten gemeinsam mit den Kommunen die Flusslandschaften in der Region aufwerten. Dazu laufen aktuell schon Projekte an Donau und Wertach, das soll nun auch an der unteren Iller umgesetzt werden. Die BEW will etwa den dortigen Radweg aufwerten und „Plätze schaffen, die die Aufenthaltsqualität erhöhen und zum Rasten einladen“, sagt Kuhn. „Der Fluss soll dem Menschen besser zugänglich gemacht werden.“ Dazu laufen aktuell Gespräche zwischen BEW und den Kommunen. Beteiligen möchten sich Illertissen und Altenstadt, eventuell auch Kellmünz. Außerdem sind die Gemeinden Fellheim und Pleß im Unterallgäu dabei.

Schaudepot für Klosterschätze

Größere Veränderungen sind im Heimatmuseum Weißenhorn geplant. Wie berichtet, soll das Museum komplett saniert werden. Im Zuge dessen sollen auch eine Kreativwerkstatt und mehrere Elemente für spielerisches Lernen entstehen – etwa ein „Turmerlebnispfad“, wo Besucher in die Rolle früherer Turmbewohner schlüpfen können. Vor allem für dieses Vorhaben als „innovativer Baustein“ soll eine Leader-Förderung geprüft werden, heißt es von der LAG. Auch das geplante Schaudepot für Klosterschätze im Alten Rathaus in Oberelchingen soll bald auf den Weg gebracht werden. „Da muss man jetzt noch schauen, was alles getan werden muss“, sagt Kuhn – es geht etwa um bauliche Maßnahmen wie eine Klimaanlage und um Barrierefreiheit. Hier gibt es schon eine grobe Kostenschätzung: 75 000 Euro der Investitionssumme von 178 500 Euro könnten aus dem Leader-Topf fließen.

Außerdem hat der Landesbund für Vogelschutz Unterstützung für ein Projekt am Wullenstetter Natursee beantragt: zur Verbesserung des Biotops und Umweltbildung. Auch bei einem Streuobst-Projekt geht es voran, dabei geht es um die Sicherung von regionalen und gefährdeten Sorten. Zudem soll der Radweg „Donautäler“ aufgewertet werden: Geplant sind etwa Panorama-Liegen und Schaukeln, Fahrradboxen und Kompost-Toiletten. Die aktuelle Leader-Förderperiode geht noch bis Ende 2020. „Wir haben also noch zwei Jahre Zeit, um Projekte auszuwählen“, sagt Geschäftsführerin Kuhn. Von den ursprünglich verfügbaren 1,5 Millionen Euro (siehe Infokasten) sind noch rund 760 000 Euro übrig. Die sollen natürlich auch aufgebraucht werden – um die Region weiter aufzuwerten.

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Verein besteht seit vier Jahren

Mittel Das bayerische Leader-Programm ist bis 2020 mit rund 111 Millionen Euro an Mitteln ausgestattet. Diese kommen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Ent­wicklung des ländlichen Raums und aus bayerischen Landesmitteln. Damit stehen jeder Lokalen Aktionsgruppe – auch im Kreis Neu-Ulm – für die Förderperiode 2014 bis 2020 rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Verein Damit das Geld auch bei lokalen Projekten, Vereinen, Verbänden und Gruppen ankommt, hat sich der Verein „Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm“ vor vier Jahren gegründet.

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