Kreis Neu-Ulm Kreis investiert mehr Geld in Photovoltaik

Auf der früheren Mülldeponie bei Pfuhl will der Abfallwirtschaftsbetrieb eine Photovoltaik-Anlage betreiben. Archivfoto: Matthias Kessler
Auf der früheren Mülldeponie bei Pfuhl will der Abfallwirtschaftsbetrieb eine Photovoltaik-Anlage betreiben. Archivfoto: Matthias Kessler
Kreis Neu-Ulm / MICHAEL JANJANIN 16.03.2012
Der Landkreis Neu-Ulm lässt sich die Energiewende nicht vermiesen - und stockt die Investitionen für die Photovoltaik noch einmal auf. Zu den zwei Millionen Euro kommen noch 600 000 Euro dazu.

Die Photovoltaik hat auch unter veränderten Vergütungsbedingungen, wie sie zurzeit im Bund diskutiert werden, eine Zukunft. Zumindest im Landkreis Neu-Ulm. "Wir als Kommune und als öffentliche Hand haben hier Vorbildfunktion", sagte Landrat Erich Josef Geßner. Die Fraktionen der im Kreistag vertretenen Parteien und Gruppierungen weiß er dabei hinter sich. Der Umwelt- und Werkausschuss zum Beispiel hat jüngst beschlossen, die Investitionsmittel um weitere 600 000 Euro aufzustocken. Das Geld wird dafür verwendet, die Dächer der Stiftungsklinik in Weißenhorn mit Solarmodulen zu bestücken.

Der solare Nachschlag basiert auf Berechnungen der Firma Walter Konzept, die den Ausbau der Solarenergie-Nutzung auf landkreiseigenen Gebäuden betreut. Gemäß einem Beschluss vor einem Jahr sind im Kreis bereits für zwei Millionen Euro Anlagen installiert worden: Die Initiative hat dafür gesorgt, dass stromerzeugende Anlagen mit einer Spitzenleistung von rund 700 Kilowattpeak auf Dächern montiert wurden. Die Investitionssumme hat dafür ausgereicht, um die Oberflächen der Schulen mit Phovoltaik-Modulen auszustatten. Dieses Jahr sollen noch die Dachflächen der Kliniken mit einer zusätzlichen Leistung von mehr als 200 Kilowattpeak dazukommen. "Insgesamt kämen wir damit auf 927 Kilowattpeak", ergänzte Geßner.

Die Weißenhorner Klinik kann bei dem derzeitigen Strompreis rund 3000 Euro im Jahr an Energiekosten einsparen - und 133 Tonnen an CO2. Die Einspeisevergütung ist für die Dauer von 20 Jahren eingeplant, wie hoch diese ausfallen wird, bleibt abzuwarten. An der Wirtschaftlichkeit der Anlagen habe diese in der Vergangenheit nach Aussagen der Landkreisverwaltung wenig geändert. Denn mit der Reduzierung der Einspeisevergütung seien in den vergangenen Jahren auch die Investitionskosten bei Photovoltaik-Anlagen zurückgegangen. Somit werde nach momentaner Lage auch der Haushalt des Landkreises durch die Finanzierung und den Betrieb der Anlagen im Ergebnis nicht belastet. Sämtliche zu erwartenden Aufwendungen würden durch Erträge gedeckt - es könne sogar ein Überschuss erzielt werden.