Afrika ist fern - und doch ist die Möglichkeit zu helfen so nah. Das sagt Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg. Sie ist Ausbildungsleiterin beim Arbeiter-Samariter- Bund (ASB) im Kreis Neu-Ulm und war schon an vielen Krisenherden der Welt im Einsatz. Ihr besonderes Interesse gehört den Kindern und Waisen in Kenia. Genauer gesagt den Kindern nahe der Stadt Eldoret mit 230.000 Einwohnern. Für die dortige Schule haben die Mädchen und Buben, die die Grundschule Vöhringen Süd besuchen, 500 Euro gespendet. Mit dem Geld seien Schulbänke angeschafft worden, erzählte Rohrhirsch jetzt den Vöhringer Grundschülern.

In Eldoret ist auch der 35-jährige, sehr erfolgreiche Langstreckenläufer Felix Limo zu Hause. Er hat das dortige Schulhaus bauen lassen, Rohrhirsch unterstützt ihn dabei. In dem Gebäude herrschen insofern europäische Verhältnisse, als nicht - wie an den staatlichen Schulen in Kenia - 125 Kinder in einem Raum die Schulbank drücken, sondern etwa 25 Mädchen und Buben. Gebe es zu viele Kinder pro Klasse, verließen viele die Schule, ohne etwas gelernt zu haben, erzählte die Krankenschwester in Vöhringen. Zu Beginn dieses Jahres, als in Kenia das neue Schuljahr begann, wurde der erste Teil der Schule mit einem sechsstündigen Festakt eingeweiht. "Die Grundschüler schafften es dabei vier Stunden still zu sitzen, dann durften sie zum Mittagessen gehen", erzählte Rohrhirsch.

Was im Schuldorf noch dringend gebraucht wird, ist ein Trinkwasserbrunnen. Bislang, erzählte Rohrhirsch, müsse das Wasser herangeschleppt werden. "Dort kann man, wenn man durstig ist, nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen." Etwa 15.000 Euro müssen für den Brunnen aufgebracht werden, erst 6000 Euro hat die Krankenschwester dafür eingesammelt.

Apropos Geld: Während hierzulande der Schulbesuch kostenlos ist, müssen die Eltern in Kenia Schulgeld für ihre Sprösslinge bezahlen. Darin enthalten sind ein Frühstück und ein Mittagessen. Wenn das Geld fehlt, springt Felix Limo ein. Der Unterricht für die Waisenkinder wird vom ASB finanziert. Alles andere als üppig sind im Vergleich mit Deutschland die Gehälter der Lehrkräfte. Der Rektor wird monatlich mit 95 Euro honoriert, eine Lehrerin erhält 85 Euro. In staatlichen Schulen werde mehr bezahlt, informierte Rohrhirsch.

Das Frühstück der Kinder besteht aus einem trockenen Stück Toastbrot und einer Tasse Tee mit Milch. Zu Mittag gibt es zweimal in der Woche Fleisch, um einer Mangelernährung vorzubeugen. Die Vöhringer Grundschüler hörten der Krankenschwester aufmerksam zu. Elias, 10, fasste den Vortrag so zusammen: "Ich bin sehr froh, dass alle Kinder in dieser Schule etwas zu essen haben." Und seine gleichaltrige Klassenkameradin Julia fand alles was Sylvia Rohrhirsch aus Kenia berichtet hat sehr gut.

Info Am Freitag, 11. Dezember, ist Sylvia Rohrhirsch wieder zu hören: Der Vortrag der Kreis-Volkshochschule mit dem Titel "Weil es um die Menschen geht - als Helfer in Afrika" findet ab 15 Uhr im Therese-Studer-Haus, Illerwehrstraße 7, in Senden statt. Der Eintritt ist frei.