KOMMENTAR: Regelrecht ein Griff ins Klo

WILLI BÖHMER 15.11.2012

Es gibt Diskussionen, die die Welt nicht braucht. Die Toilettendebatte aus dem Sendener Stadtrat gehört dazu. Schon die ursprüngliche Idee von CSU, Grünen und Biss, eine Bühne ganz ohne Toilette in den Stadtpark zu stellen und die Besucher von Veranstaltungen 400 Meter zum nächsten WC zu schicken, war regelrecht fürs Klo. Spätestens nach der schriftlichen Bestätigung dieses Sachverhalts durch die Genehmigungsbehörde Landratsamt hätte man erwarten können, dass nach diesem missglückten Sendener Schwabenstreich Vernunft einkehrt.

Mitnichten. Jetzt sollen Container-WC aufgestellt werden. Nur nicht nachgeben. Das mag für begrenzte Zeit genügen, für ein Festival für junge Leute, oder auch für das Ulmer Zelt. Für eine fest installierte Veranstaltungsbühne ist dies restlos untauglich. Wer sich schon auf die Brille solcher besserer Dixie-Klos gesetzt hat, weiß, wie unangenehm das ist. Das wollen CSU, Grüne und Biss den Sendenern zumuten? Allein dafür müssten die Bürger auf die Barrikaden gehen.

Die Debatte zeigt einmal mehr: Es geht im Sendener Rat zu oft gar nicht um die besten Entscheidungen zum Wohl der Sendener. Es geht ums Rechthaben, darum, dass die knappe Mehrheit von CSU, Biss und Grünen ihre Macht ausspielt, auch wenn es nicht sinnvoll ist, um dem Bürgermeister und den übrigen Fraktionen zu zeigen, wer das Sagen hat. Machtpoker pur. Der angebliche Sparwille als Beweggrund ist vorgeschoben. Die Sachpolitik ist dabei längst auf der Strecke geblieben. Schade.

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