Lärm Klostersteige: Mit Tempo 20 in die Kurve

Die Anwohner der Klostersteige in Oberelchingen sollen vom Verkehr entlastet werden.
Die Anwohner der Klostersteige in Oberelchingen sollen vom Verkehr entlastet werden. © Foto: Oliver Heider
Elchingen / Oliver Heider 13.06.2018

Der Gemeinderat hat eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um die durch Lärm und Abgase belasteten Anwohner der Klostersteige in Oberelchingen zu entlasten. Hintergrund war ein Antrag der Freien Wähler Elchingen (FWE). Sie  wollen „die Wohn- und Lebensqualität verbessern“, indem die Klostersteige für den Durchgangsverkehr als Abkürzung unattraktiv wird.

Einstimmig war das Gremium dafür, am Autobahnzubringer, im Göttinger Weg und an der Kreisstraße NU 8 zusätzliche Schilder aufzustellen. Diese sollen vor allem ortsfremde Verkehrsteilnehmer auf die Umgehungsstraße, die Staatsstraße 2021, führen.

Ebenso einhellig stimmten die Räte dafür, das sanierungsbedürftige Pflaster unterm Martinstor durch einen geräuscharmen Belag zu ersetzen – sobald die Infrastruktur dort erneuert wird.

Bei zwei Gegenstimmen von Andreas Mayr und Bernd Schwerdtfeger (beide CSU) votierte das Gremium für eine Tempo-20-Zone zwischen Martinstor und Einmündung Göttinger Weg. Damit soll dem „erhöhten Fußgänger-Aufkommen“ durch Kindergarten, Kirche, Martinstor mit Vereinsräumen, Klostergarten und Gaststätte  Rechnung getragen werden. Wegen des Kurvenbereichs sei eine niedrige Geschwindigkeit wünschenswert. Angesichts der Kurve hielt Schwerdtfeger eine Limit-Reduzierung für „nicht notwendig“.

Mit neun zu sieben Stimmen beschloss der Rat Fahrbahnverengungen im Göttinger Weg in Richtung Süden nach Oberelchingen. Wie Bürgermeister Joachim Eisenkolb erklärte, sei außerhalb des Ortsschildes Tempo 50 nur möglich, wenn rot-weiße Glieder-Elemente auf die Fahrbahn montiert würden. „Das ist überflüssig“, meint Schwerdtfeger. Am Konstantin-Vidal-Haus gebe es schon eine Verengung. Eine solche sei gar für Landwirte oder Reitclub-Mitglieder „störend“, assistierte Karin Batke (UFWG). Insofern stimmten CSU und UFWG geschlossen gegen den Vorschlag.

Insgesamt schlagen die neuen Verkehrsschilder und -einrichtungen mit 8500 Euro zu Buche, der neue Fahrbahn-Belag am Martinstor dürfte 10 000 Euro kosten.

Einigen Räten ging das nicht weit genug. Richard Rösch (DGO) forderte, den Gehweg auf der Klostersteige zu sanieren. „Es gibt viele Schlaglöcher – und der Bordstein ist kaputt.“ Und Reinhard Rotermund (Eule) schlug den Einbau von Schwellen auf der Fahrbahn vor. „Es gibt auch abschraubbare Elemente“, sagte er mit Blick auf Probleme beim Winterdienst.

Der Verkehr auf der Klostersteige stagniert

Statistik Laut gemeindlichen Messungen ist der Verkehr auf der Klostersteige stagniert: Wurden im Juli 2010 in 24 Stunden 3033 Fahrzeuge gemessen, waren es im Juni 2012 dann 3197. Im November 2016 wurden 2992 gezählt. Damals betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 41 km/h.