Umwelt Klimaschutz in Mittelpunkt gerückt

Eine gemeinsame Hackschnitzelheizung für Rathaus, Gemeindehalle und Grundschule? Das Konzept wird nun untersucht.
Eine gemeinsame Hackschnitzelheizung für Rathaus, Gemeindehalle und Grundschule? Das Konzept wird nun untersucht. © Foto: Patrick Fauß
Nersingen / Patrick Fauß 27.07.2018

Einen Fahrplan für Energiesparmaßnahmen über drei Jahre hat der Energiemanager Benjamin Buck in Nersingen vorgestellt. Er arbeitet für die Kommunen Weißenhorn, Holzheim, Nersingen und Pfaffenhofen. Als Projekt mit größtem Handlungsbedarf wies Buck das Anschaffen eines neuen Heizsystems für Rathaus, Gemeindehalle und Grundschule aus. Deren Anlagen stammen aus den Jahren 1978 beziehungsweise 1992. „Bei der Heizung wird es kritisch“, meinte Buck. Ausfälle seien zu befürchten. Deswegen bestehe „mittlerer bis akuter“ Handlungsbedarf. Vor zwei Jahren hatte das Büro Steinbacher Consult Konzepte hierfür erarbeitet. Als ökologisch sinnvolle Lösung war eine gemeinsame Hackschnitzelheizung für alle drei Gebäude ausgewiesen worden. Einzellösungen mit Gaskesseln wären eine ökonomische Alternative.

Mehr Informationen

Gemeinderat Axel Arbeiter (SPD) betonte, er könne erst eine Entscheidung fällen, wenn mehr Informationen zur Hackschnitzelanlage vorliegen. Etwa, wie hoch der Wartungsaufwand ist. Und welche Feinstaubbelastung zu erwarten sei. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten forderten die Gemeinderäte auch für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Lampen. Eine Teilumrüstung von 50 Prozent der Lampen in der Gemeinde würde laut einem Angebot der Lechwerke Augsburg (LEW) 146 000 Euro kosten. 80,6 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr könnten auf diese Weise eingespart werden.

Bei einer „Komplettumstellung“ mit 90 Prozent der Lampen würden 135 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart. Der Preis läge bei 360 000 Euro. Weil damit Strom eingespart wird, wäre eine Teilumstellung voraussichtlich kostenneutral. Die Komplettumstellung würde die Gemeinde dagegen jährlich rund 5000 Euro, verteilt auf acht Jahre, kosten. Weitere Projekte des Klimaschutzplans sind der Ausbau der kommunalen Photovoltaikanlage. Und die Umrüstung der Turnhallenbeleuchtung auf LED-Lampen. Der Gemeinderat verabschiedete das Konzept einstimmig. Die Verwaltung wurde beauftragt, die einzelnen Projekte für ein baldiges Umsetzen vorzubereiten. Zuvor müssen sie jedoch dem Gemeinderat nochmals zur Abstimmung vorgelegt werden.

Skepsis gegenüber Carsharing

Sparen Das Klimakonzept soll Möglichkeiten zur Einsparung von Energie aufzeigen. Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz sollen gegeneinander abgewogen werden.

Verkehr Skeptisch waren die Gemeinderäte beim Carsharing-Konzept. Gemeinderat Max Mayer (FWG) meinte, Nersingen müsse hier nicht unbedingt Vorreiter sein. Carsharing in kleinen Gemeinden habe sich bisher als schwierig erwiesen. Rätin Sabine Krätschmer (SPD) meinte dagegen, es sei „eine gute Idee, man sollte es mal ausprobieren.“

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