Weißenhorn Kleine Riesen und kuschelige Widder

Der "Deutsche Widder" von Karl Ströbele errang den zweiten Platz bei der Vereinsmeisterschaft der Kaninchenzüchter. Foto: Patrick Fauß
Der "Deutsche Widder" von Karl Ströbele errang den zweiten Platz bei der Vereinsmeisterschaft der Kaninchenzüchter. Foto: Patrick Fauß
PATRICK FAUSS 12.11.2012
Der Kaninchenzüchterverein hat am Wochenende seine schönsten Tiere ausgestellt. 200 Besucher begutachteten 103 Rasse-Langohren. Züchter Thomas Wegener errang mit einem Zwergwidder den ersten Platz.

Wer Bezeichnungen wie "Widder" und "Riese" hört, denkt zunächst nicht unbedingt an Kaninchenrassen. Tatsächlich werden zahlreiche Angehörige dieser hoppelnden Zunft aber so bezeichnet. Der Kaninchenzüchterverein Weißenhorn stellte am Wochenende 103 Kaninchen aus 20 Rassen in der Halle am Gasthaus Deutscher Kaiser aus. In einem Streichelgehege durften die flauschigen Langohren sogar angefasst werden. Anlass war die Vereinsmeisterschaft der Züchter.

Züchter Thomas Wegener belegte mit seinem weißen Zwergwidder den ersten Platz. Kennzeichen der aus französischen Klöstern stammenden Rasse sind die nach unten hängenden Schlappohren. Ihren Namen haben sie wegen ihrer gewölbten Kopfform, die an einen Schafswidder erinnert. Preisrichter des Verbands "Bayerischer Rassekaninchenzüchter" hatten zu Beginn der Veranstaltung am Samstagnachmittag die schönsten Tiere prämiert. Hubert Kempfle, seit 1992 Vorsitzender des Vereins, konnte sich mit seinen Tieren diesmal nicht unter der ersten fünf platzieren. "Ich habe nur 25 Kaninchen zu Hause, andere Züchter im Verein haben bis zu 100", erläuterte Kempfle. Die Preisrichter achteten besonders auf Fellzeichnung und Körperbau der Tiere. Wie bei anderen Haustierarten auch, seien Mischlinge, die auf Kaninchenausstellungen keine Chance haben, oft die gesünderen und vitaleren Tiere.

Ursprünglich hatte die Zucht wenig mit Preisen oder Rassemerkmalen am Hut. Kaninchen gelten als sogenanntes "Kleinvieh". Leute, die sich in früheren Zeiten keine Kuh leisten konnten oder zu wenig Platz hatten, hielten Kaninchen als Fleischlieferanten. Auch heute landet so manches Schlappohr beim Züchter im Kochtopf oder dient als Sonntagsbraten. Kaninchen sind sehr fruchtbar und nicht alle können als Streicheletiere verkauft werden. Tiere, die in der Zucht Verwendung finden, leben etwa sechs Jahre lang. Etwa 400 Kaninchenarten gebe es weltweit.

Seit wann in Weißenhorn gezüchtet wird, kann Kempfle nicht genau sagen. Ältestes Dokument des Vereins ist ein Kassenbuch, das die ersten Beitragszahlungen der Mitglieder auf das Jahr 1940 datiert. 2006 wurde das Vereinsheim in der Hagenthaler Straße abgerissen. Seither sei der Verein auf der Suche nach einer neuen Ausstellungshalle. "Nichts großes, so zehn auf dreißig Meter würden reichen", sagte Kempfle. Bis die 140 Mitglieder, von denen 20 züchten, ein neues Heim gefunden haben, wollen sei weiter die Halle am Gasthaus Deutscher Kaiser für Ausstellungen nutzten.

Mehr Fotos unter swp.de.