Die beiden lithurgischen Gefäße, die aus der Pfarrkirche St. Michael in Vöhringen gestohlen wurden, sind wieder da. Wie die Polizei berichtet, lagen das Ziborium und die Custodia  – beides Gefäße, in denen geweihte Hostien aufbewahrt werden – im Bereich einer Fußgängerbrücke im trüben Wasser des Mühlbachs, in unmittelbarer Nähe der Kirche. Gefunden wurden sie dort laut Pfarrer Martin Straub im Anschluss an den Bußritus am Samstagvormittag von einem Polizeibeamten, der selbst Mitglied der Kirchengemeinde ist.

Ob der oder die Täter die Kelche unmittelbar nach der Tat oder erst später dort hineingeworfen haben, sei derzeit unklar, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. „Momentan haben wir keinen Tatverdacht“, sagt Sprecher Dominic Geißler. Die Gefäße waren wie berichtet in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aus dem Tabernakel – einem Schrein zur Aufbewahrung von Hostien – der Kirche gestohlen worden. Die Einbrecher waren dabei mit brachialer Gewalt vorgegangen, der Sachschaden wird auf 20.000 Euro  geschätzt.

Gefäße sollen wieder in der Kirche verwendet werden

Pfarrer Martin Straub findet es „gut“, dass die Gegenstände bald zurückkommen – sobald die Polizei eventuelle Spuren gesichert hat. Die lithurgischen Gefäße sollen nach einem weiteren Bußritus und der Segnung wieder in der Kirche verwendet werden. Erleichterung empfindet Straub jedoch nicht: „Die Schändung und Entweihung durch die Tat ist dadurch nicht aufgehoben“ – zumal die Hostien selbst, also das „Allerheiligste“ im Bach verloren gegangen sind.

Die Stadt Vöhringen hat am Wochenende eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt: „Für Hinweise, die zur Aufklärung dieser Straftaten (...) und zur Ergreifung des Täters führen“, teilte Bürgermeister Karl Janson mit. Dies gilt auch weiterhin. Die Polizei bittet um Hinweise an den Posten Illertissen unter Tel. (07303) 965 10.