Kreis Neu-Ulm Kirchengemeinde: Verwaltung wird neu gewählt

CLAUDIA SCHÄFER 17.11.2012
Bei den Kirchenverwaltungswahlen entscheiden die bayerischen Katholiken morgen darüber, wer in ihren Pfarreien etwa über die Finanzen bestimmt.

Ein demokratisches Element mit langer Tradition nennt der Neu-Ulmer Prodekan, der Nersinger Pfarrer Georg Leonhard Bühler, die am Sonntag stattfindenden Wahlen der Kirchenverwaltungen (KV). Seit Jahrhunderten seien Pfarreimitglieder als Teil der KV für richtungsweisende Entscheidungen in ihrem kirchlichen Umfeld zuständig. Hauptaufgabe der Kirchenverwaltung ist es laut dem Prodekan, das Vermögen der jeweiligen Kirchenstiftung zu verwalten. Das Gremium entscheidet über den Unterhalt aller Gebäude, die der Kirchenstiftung gehören, also Kirche und Pfarrhaus sowie eventuell Pfarrheim, Kindergarten oder Seniorenheim. Erweiterungen, Sanierungen und Neubauten werden im KV beschlossen, es wird über Haushaltspläne und Zuschussanträge diskutiert. Zudem geht es ums Personal: Über sämtliche Neueinstellungen, von der Reinigungskraft über den Organisten bis zur Kindergartenleiterin, entscheidet die Kirchenverwaltung. "Ohne Zustimmung der Kirchenverwaltung kann der Pfarrer da gar nichts machen." Auch wähle die KV den "zweiten Mann" nach dem Pfarrer, den Kirchenpfleger als den "Finanzminister" der Pfarrei und stehe im Kontakt mit der Diözese und Lokalpolitikern. Nicht zu verwechseln mit der Kirchenverwaltung ist der Pfarrgemeinderat. Dieser ist für seelsorgerische Belange zuständig und organisiert Feste und Veranstaltungen.

Wie viele Mitglieder die Kirchenverwaltung hat, hängt von der Größe der Pfarrei ab. In Pfarreiengemeinschaften habe jede Pfarrei eine eigene Kirchenverwaltung. Es sei nicht einfach gewesen, Kandidaten für die bevorstehenden Wahlen zu finden, sagt Bühler. In einigen Pfarreien sei leider nur eine Bestätigungswahl möglich, es gebe also nicht mehr Kandidaten als Plätze in der Kirchenverwaltung. Dabei sei gerade die Mitarbeit in der KV eine gute Gelegenheit, als Katholik direkt bei wichtigen Entscheidungen mitzureden. Bühler hofft, dass möglichst viele Katholiken von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.