Diepertshofen Kirche St. Ulrich in barockem Glanz

Diepertshofen / PATRICK FAUS 03.07.2013
300 Besucher haben den Gottesdienst zur Wiedereinweihung der Kirche St. Ulrich in Diepertshofen gefeiert. Die Feier wurde nach draußen übertragen.

Die Protestantin Ruth Müller war 1953 im heute wieder katholischen Kirchlein St. Ulrich getauft worden. Sie war eine von rund 300 Besuchern, die sich in und um das frisch sanierte Gotteshaus in Diepertshofen drängten. Für 200 000 Euro war das Barockkirchlein im Pfaffenhofener Ortsteil restauriert worden. "Ein Stück Heimat, geistige Heimat", sei es für viele, sagte Pfarrer Reinfried Rimmel während des Festgottesdiensts zur Wiedereröffnung der Kirche. Der Gottesdienst wurde per Lautsprecher nach draußen übertragen.

Neben professionellen Restauratoren haben auch etliche freiwillige Helfer Zeit und Arbeit in die Sanierung gesteckt. Am wichtigsten sei, dass St. Ulrich ein lebendiges Gotteshaus ist und kein Museum. In der Kirche auf dem kleinen "heiligen Berg", wie Rimmel bemerkte, werden regelmäßig Gottesdienst gehalten. Sie wird für Taufen, Hochzeiten und bei Todesfällen genutzt.

1747 war das Gotteshaus errichtet worden. Nicht viel mehr Menschen als im Kirchlein Platz finden, etwa 50, dürften damals im Dorf gelebt haben. Das berichtete Kreisheimatpfleger Walter Wörtz. Die "prächtige Kirche aus der Barockzeit" sei ein Abbild damaliger Volksfrömmigkeit. Der Barock mit lebensfroher und prächtiger Architektur gelte als Reaktion auf Not und Tod, die der 30-jährige Krieg und anschließende Pestepidemien mit sich gebracht hatten. Kirchenmaler Johann Jakob Kuen (1681 bis 1759) und dessen Schüler Konrad Huber schufen Altar- und Deckenbilder. Dort ist die Marienkrönung zu sehen - und, der Heilige Ulrich, Schutzpatron des Bistums Augsburg. Zehn Jahre, bis 1961, feierten Protestanten ihre Gottesdienste in St. Ulrich. Dann zog die evangelische Gemeinde ihr neues Gotteshaus nach Pfaffenhofen. 1962 war St. Ulrich zum letzten Mal renoviert worden. Damals wurde jedoch eher die Optik in Schuss gebracht. Die Statik, insbesondere das Dach, und den Innenraum haben Fachleute erst bei den jüngsten Arbeiten in Ordnung gebracht.

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