Thalfingen Keiner kommt zum Gratistanken nach Thalfingen

Kaum genutzt: Die Elektro-Tankstelle in Thalfingen. Foto: Matthias Kessler
Kaum genutzt: Die Elektro-Tankstelle in Thalfingen. Foto: Matthias Kessler
STEFAN CZERNIN 14.11.2012
Tanken für lau. In Thalfingen geht das jeden Tag. Trotzdem kommt seit einem Jahr fast kein Autofahrer, die Zapfsäule steht verwaist herum.

Sie ist eindeutig ihrer Zeit voraus - und steht deshalb die meiste Zeit einsam herum: Die Stromtankstelle, die die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm vor einem Jahr in der Thalfinger Ortsmitte eröffnet haben, hat bislang kaum Kundschaft gesehen. Und das, obwohl dort Strom für Elektroauto bislang sogar für umsonst fließt. 54 Kilowattstunden (kWh) wurden in der Thalfinger Ortsmitte bislang gezapft, das entspricht gerade einmal rund 3,5 kompletten Tankfüllungen für einen Elektro-Smart, teilt SWU-Marketingleiter Marc Fuchs auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE mit. "Das ist nicht ganz so viel." Mit 54 kWh rangiert die Thalfinger Zapfsäule im SWU-Netz, das bis Jahresende auf 48 E-Tankstellen ausgebaut wird, in der Tat unter ferner liefen. Der Grund ist einfach: Thalfingen ist nicht Teil des Car2go-Gebiets, in dem derzeit 25 Elektrosmarts unterwegs sind. Und für etwa 90 Prozent des Umsatzes sorgen; insgesamt 19 000 kWh Strom sind an den SWU-Zapfsäulen in Ulm, Neu-Ulm, Senden, Blaustein und Elchingen geflossen. "Ohne Car2go hätten wir das Netz nicht so stark ausgebaut", sagt Fuchs. Warum haben die SWU dann in Thalfingen überhaupt eine Zapfsäule aufgestellt? Elchingen gehöre zur Kernregion der SWU, so Fuchs. Die SWU haben in der Gemeinde die Stromkonzession. "Aus diesem Grund haben wir dort aus gesellschaftlicher Verbundenheit auch eine Säule auf unsere Kosten gestellt."