Widerstand Keine Premium-Wanderwege für Pfaffenhofen

Ein idyllischer Blick: Dort, am Waldrand südlich von Marienfried auf Höhe Diepertshofen, könnte eine der Premium-Wanderstrecken bei Pfaffenhofen entstehen. Allerdings ist die Mehrheit im Marktgemeinderat dagegen.
Ein idyllischer Blick: Dort, am Waldrand südlich von Marienfried auf Höhe Diepertshofen, könnte eine der Premium-Wanderstrecken bei Pfaffenhofen entstehen. Allerdings ist die Mehrheit im Marktgemeinderat dagegen. © Foto: Patrick Fauß
Pfaffenhofen / Patrick Fauß 10.10.2018

Spazierwege sollen ausgebaut, mit Bänken ausgestattet und in überregionalen gedruckten oder digitalen Wanderführern angezeigt werden. Dies ist das Ziel des von der EU geförderten Leader-Projekts „Machbarkeitsstudie Spazierwege rund um den Roggenburger Forst“. Der Verein Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm als Träger der lokalen Arbeitsgruppe (LAG) mit Sitz in Weißenhorn treibt dieses voran. Geschäftsführerin Marina Kuhn hat jenen Teil der Planungen, die Pfaffenhofen betreffen, jüngst im Marktrat vorgestellt.

Konkret kommen demnach zwei Spazierwege im Bereich der Marktgemeinde als sogenannte Premiumstrecken in Frage: Einmal ist dies eine Strecke rund um die Gebetsstätte Marienfried. Außerdem ein Weg bei der Beuren-Säge nördlich des Pfaffenhofener Ortsteils Beuren. Beide Wege entsprächen den Anforderungen und sind jeweils etwa vier Kilometer lang.

Sie könnten mit mindestens 50 Prozent Kostenzuschuss aus dem Leader-Projekt in einen besseren Zustand versetzt werden. Und mit Schildern und Sitzbänken ausgestattet und von ortskundigen Freiwilligen in Schuss gehalten werden.

Rat lehnt Vorhaben ab

Der Pfaffenhofener Bürgermeister Josef Walz wies darauf hin, dass seine Marktgemeinde bereits vor 25 Jahren versucht habe, mit Grundstücksbesitzern im Bereich von Marienfried über ähnliche Wege einig zu werden. Ohne Erfolg. Dies sei mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht zu erwarten, wenn nun der Verein Regionalentwicklung nachfrage.

Max Spleiß (FWG) war strikt gegen die vorgeschlagenen Wege. Beide Strecken führen durch den Wald. Das Wild wisse schon jetzt nicht mehr, wo es sich verstecken soll. Er lehne die Vorschläge aus diesem Grund rundum ab. Auch Markus Werwein (CSU) kündigte seine Gegenstimme an.

Claudia Walk (FWG) monierte, dass wohl nicht viel für Pfaffenhofen dabei rauskomme. Wanderer und Spaziergänger von auswärts würden wohl ihren Müll auf den Wegen lassen, sagte sie. Gastronomie oder gar Fremdenzimmer gebe es in Pfaffenhofen ohnehin wenig. Davon würden also höchstens umliegende Kommunen profitieren. Außerdem würden sich Einheimische in Pfaffenhofen auskennen. Sie benötigten keine neuen Wanderwegweiser.

Hildegard Mack (CSU) bemängelte die angedachte Vorgehensweise bei dem Spazierwege-Vorhaben. Konflikte seien diesbezüglich programmiert, wenn die Mitglieder des Marktgemeinderats sich für die Wege aussprächen, dann erst die Grundstücksbesitzer nach ihrer Meinung gefragt würden. Man sollte vielmehr andersherum vorgehen: Zunächst müssten die Privateigentümer ihr Einverständnis geben, dann könne der Marktrat entscheiden.

Hauptamtsleiter Konrad Müller sah dies anders. Die Verwaltung benötige seiner Ansicht nach zunächst ein Votum des Gemeinderats. Sonst sei es sinnlos, mit den Besitzern in Kontakt zu treten. Zu weiteren Überlegungen kam es nicht. Das Gremium lehnte das Vorhaben mit großer Mehrheit gegen zwei Stimmen ab.

17 Wege haben Potenzial für Premiumstrecken

Studie Das Leader-Projekt „Machbarkeitsstudie Spazierweg rund um den Roggenburger Forst“ hat 17 Strecken für den Landkreis ausgewiesen, die Potenzial zu Premiumwegen hätten. Roggenburg, Weißenhorn oder Buch sind weitere Gemeinden, für die solche Wege angedacht sind.

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