Senden Keine Kunst: Mast im Kreisel kommt weg

Keine Kunst: Dieser Strommast ist schon bald Geschichte.
Keine Kunst: Dieser Strommast ist schon bald Geschichte. © Foto: Niko Dirner
Senden / NIKO DIRNER 08.08.2013
Der Bau der neuen Stromtrasse nördlich von Senden kommt voran. Bleibt die Frage, was mit dem alten Mast in der Berliner Straße wird. Es gab Pläne dafür.

Beschlossen haben die Sendener Stadträte in der Sitzung des Bauausschusses im April 2011 zwar nichts. Doch die Mehrheitsmeinung wurde in der Diskussion um den Strommast am nördlichen Ende der Berliner Straße schon deutlich: Er soll weg. Der Mast im dortigen Kreisverkehr wird überflüssig, weil die Stromleitung des Netzbetreibers Transnet künftig weiter nördlich verläuft. Wie berichtet, sind die Bauarbeiten für die neue Trasse bereits ziemlich weit fortgeschritten. Bürgermeister Kurt Baiker hatte 2011 vorgeschlagen, das Stahlgerüst zu erhalten: Auf diese Weise könnte man für ein wenig Kunst im Kreisel sorgen. Diese Idee aber ist nach den vorliegenden Informationen endgültig vom Tisch.

Wie Transnet-Sprecherin Angela Brötel auf Nachfrage mitteilt, werde der besagte Mast, der intern die Nummer 31 trägt, „samt Fundament rückgebaut“. Oder mit anderen Worten: Er wird komplett abgerissen. Das wird auf jeden Fall den CSU-Fraktionsvorsitzenden Walter Wörtz freuen, der in der Sitzung im April 2011 getönt hatte, er halte den Mast „für Schrott“. Der Diplom-Designer, der als Kreisheimatpfleger beim Landratsamt Neu-Ulm angestellt ist, hatte nur Häme für Baiker Vorschlag übrig. Ihn erinnere der gekappte Mast an die Trümmer des Atomkraftwerkes Fukushima in Japan, sagte er beispielsweise.

Bürgermeister  Baiker, seines Zeichens Architekt, hatte vorgeschlagen, das Stahlgerüst bis in einer Höhe von zehn Metern stehen zu lassen und zu begrünen. An einem Rankgerüst könnten seiner Meinung nach Pflanzen hinaufwuchern, im Advent könnten Lichterketten für Charme sorgen. Überall in der Region seien Kreisverkehre heutzutage gestaltet, nur in Senden nicht. Es gebe die Chance, dem Einkaufszentrum – das an der südlichen Ausfahrt des Kreisels beginnt – „ein anderes Gesicht“ zu geben.

Nach kurzer Diskussion beschloss der Ausschuss damals im April 2011 – nichts. Weder der Antrag von Rainer Strobl (CSU), Mast samt Fundament herauszureißen, noch der Antrag des Fraktionschefs Wörtz, erstmal nur den Mast abzureißen, oder der Vorschlag der Verwaltung, ihn stehen zu lassen, bekamen eine Mehrheit. Wie es aussieht, hat Transnet inzwischen selbst entschieden, was es mit seinem Bauwerk zu tun gedenkt. Wann der Mast verschwindet, ist allerdings noch nicht klar. Lange wird er jedenfalls nicht mehr stehen.