Kirchberg Keine falsche Bescheidenheit

Der Kirchberger Bürgermeister Jochen Stuber versammelte seine Nachwuchs-Gemeinderäte auf der Rathaustreppe. Foto: keh
Der Kirchberger Bürgermeister Jochen Stuber versammelte seine Nachwuchs-Gemeinderäte auf der Rathaustreppe. Foto: keh
Kirchberg / KURT HÖGERLE 27.08.2013
Kommunalpolitik im Kleinen: Bei der ersten Kinder-Gemeinderatssitzung in Kirchberg hielt der politische Nachwuchs mit seinen Wünschen nicht hinterm Berg. Bürgermeister Stuber erläuterte die Sitzungs-Regeln.

Die Kleinen sind in Fahrt, überschlagen sich mit Vorschlägen. Sechs, sieben Hände werden gleichzeitig emporgestreckt und Bürgermeister Jochen Stuber hat Mühe, jeden Einzelnen zu Wort kommen zu lassen. Selten ging es im Tagungsraum des Kirchberger Rathauses so lebendig zu wie an diesem Donnerstag. Für die erste Kirchberger Kinder-Gemeinderatssitzung interessieren sich 15 Buben und Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren. Quicklebendig sitzen sie im Sitzungssaal, in dem sonst die gewählten Gemeinderäte debattieren. Und wenn der Herr Bürgermeister schon fragt, was man denn gerne hätte? Keine falsche Bescheidenheit. Zwar wägen die kleinen Mitglieder im Gremium immer wieder ernsthaft das Wünschenswerte gegen das Machbare ab, doch bleibt immer noch viel. Auf jeden Fall ganz wichtig wäre eine lange Wasserrutsche im Sinninger Badesee. "Und ein Sprungturm, mindestens fünf Meter hoch!", ruft ein ganz Kleiner dem Bürgermeister zu.

"Mich überrascht, dass sich so viele Eurer Vorschläge auf den Baggersee beziehen", fasst der die Ideen der Kinder zusammen. Als Stuber fragt, was ihnen in Kirchberg und Sinningen am besten gefalle, wissen die meisten, dass der Spielplatz neu gestaltet wurde. Und erklären dem Ratsvorsitzenden, was ihnen dort gefällt. Aber sie wissen auch, wo es noch hapert. Das Buswartehäuschen müsste wieder einmal gestrichen werden. Am wichtigsten scheint die Sauberkeit und alles rund um den Badesee zu sein. "Auf der Liegewiese liegt oft sehr viel Abfall herum", beklagt sich zum Beispiel die kleine Lucia. Fast alle Kinder können von eigenen Erfahrungen mit Unrat und sogar von Angelhaken berichten. Die Kinder sind genaue Beobachter, da kommt einiges zusammen.

Einstimmig beschloss das Kindergremium in der Folge, dass der Herr Bürgermeister den Ortschaftsrat von Sinningen bitten möge, auf seiner nächsten Sitzung über eine Wasserrutsche im Nichtschwimmerbereich zu diskutieren sowie über einen Sprungturm "der fünf Meter hoch sein sollte. Mindestens."Wenn Gemeinderäte diskutieren, gelten Regeln, erfahren die Kinder nebenbei. Dass man pünktlich beginnt, zum Beispiel, oder dass das Handy während der Sitzung ausgeschaltet bleibt. Und wenn Mama anruft, muss man zum Telefonieren auf den Flur.

Im Anschluss bat Stuber das Gremium zu Außenterminen. Zunächst zur Besichtigung des Rathauses, wo er die Funktionen der verschiedenen Ämter erklärte und die Gemeinde-Angestellten vorstellte. Danach ging es gemeinsam auf den runderneuerten Spielplatz, wo die Schar ihren Bewegungsdrang ausleben und nebenbei viele Fragen des Bürgermeisters beantworteten konnte. Zum Beispiel, wo der Platz für die ersehnte Schaukel sein könnte? Hätte eine Wippe auch noch Platz? Der Außentermin war so recht nach dem Geschmack der Kinder, aber auch die vorausgegangene Sitzung fanden die Kinder höchst interessant. Auf ihren Schultes lassen sie jetzt nichts mehr kommen. "Wir sind zufrieden!"

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