Badesee Josef Fink mäht Wasserpflanzen im Vöhringer Badesee

Mit seinem Mähboot sorgt Josef Fink auf der „Grünen Lunge“ für ungetrübtes Badevergnügen. 
Mit seinem Mähboot sorgt Josef Fink auf der „Grünen Lunge“ für ungetrübtes Badevergnügen.  © Foto: Volkmar Könneke
Vöhringen / Stefan Czernin 18.07.2018
Vor glitschigen Schlingpflanzen graust es jeden Schwimmer. Josef Fink schafft Abhilfe: Er mäht in Badeseen.

Gemütlich zieht Josef Fink auf dem See im Vöhringer Naherholungsgebiet „Grüne Lunge“ seine Bahnen. Eile würde dem 67-jährigen Günzburger auch nichts bringen: Sein Mähboot zieht einen scharfen Spezialstahl hinter sich her. An ausfahrbaren Stangen befestigt, rasiert diese Klinge in fünf Metern Tiefe das Seegras am Grund ab. Die Pflanzen steigen an die Wasseroberfläche, an der sie von einem von Finks Mitarbeitern in einem zweiten Boot mit einem Rechen aufgesammelt und am Ufer aufgehäuft werden.

Badeverbot während der Mäharbeiten

Seit 5.30 Uhr ist Fink auf dem See unterwegs, zwölf Stunden dauert sein Arbeitstag. Zwei Tage fährt er auf der „Grünen Lunge“, dann geht es bis zum Wochenende auf dem Vöhringer See weiter. Während der Arbeiten herrscht Badeverbot, Mähboot und Schwimmer vertragen sich nicht. Warnschilder weisen an den Seen auf die Gefahr hin.

Schlingpflanzen in der Region

Jetzt im Sommer herrscht Hochsaison: Seegras und Schlingpflanzen wuchern, was Badegäste stört, denen sich die glitschigen Triebe um die Beine wickeln. Fink ist überall in der Region unterwegs. Auf den Vöhringer Seen, in Pfuhl und Ludwigsfeld, im Neu-Ulmer Glacis und in der Ulmer Friedrichsau.

Einsätze auf Sicht und mit Navi

Aber auch weit darüber hinaus: Fink ist in Berlin im Einsatz und mäht den Ludwig-Main-Donau-Kanal. Was daran liegt, dass sich nur wenige Firmen auf diesen Bereich spezialisiert haben, berichtet Fink.

Zwei Mähgänge stehen auf dem See an. „Einmal grob, einmal fein.“ Auf der „Grünen Lunge“ fährt Fink auf Sicht. Die Fläche lasse sich noch gut einschätzen; bestimmte Bereiche bleiben aus Naturschutzgründen unberührt. Bei größeren Gewässern lässt er sich von einem GPS-Gerät navigieren. „Da bringt es nichts mehr, irgendeinen Busch anzuvisieren.“

Gewusst wie

Fink hat in seinem Geschäft jede Menge Erfahrung. Vor bald 40 Jahren hat er seinen Betrieb gegründet, fünf Mähboote zählt seine Flotte, 15 Mitarbeiter beschäftigt er in diesem Bereich.

Das Seegras hat sich trotz der frühen Hitze in diesem Jahr normal entwickelt, findet Fink. Sein Mitarbeiter häuft eine beachtliche Menge am Ufer an. Von dort wird es von Bauhofmitarbeitern der Stadt Vöhringen auf die Kompostieranlage im Birkach gebracht.

Bis zum Wochenende ist Fink mit den Vöhringer Seen durch, dann kann dort wieder gebadet werden.

Übersicht

Eine Karte mit den Freibädern und Badeseen in der Region sowie die Info über deren Wasserqualität. Und Tipps, worauf Sie unbedingt achten sollten beim Baden.

Ruhe bewahren kann das Leben retten

Schlingpfanzen Plötzlich verfängt sich ein Schwimmer in Schlingpflanzen und kann sich nur noch eingeschränkt bewegen. Ein Gruselszenario. Die größte Gefahr ist in einem solchen Fall, wenn Schwimmer panisch reagieren, sagt Helmut Graf von der Neu-Ulmer Wasserwacht . Bei Kontakt mit Wasserpflanzen heißt es Ruhe bewahren, sich möglichst flach auf das Wasser legen und mit möglichst wenig Bewegungen aus dem Bereich paddeln. Auch sollten die in Not geratenen Schwimmer durch Rufe auf sich aufmerksam machen, damit Hilfe geleistet oder ein Notruf abgesetzt werden kann. Die meisten Wasserpflanzen können auch leicht abgerissen werden. Am sichersten sei es natürlich, Bereiche mit Wasserpflanzen zu meiden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel