Getränk Kein kalter Kaffee

Vortragsabend für alle Sinne: Vor gut zwei Dutzend Interessierten lüftete Chemiker  Dr. Reinhard Hemmer das Geheimnis des Kaffees.
Vortragsabend für alle Sinne: Vor gut zwei Dutzend Interessierten lüftete Chemiker Dr. Reinhard Hemmer das Geheimnis des Kaffees. © Foto: Kurt Högerle
Kurt Högerle 07.04.2017

Der Kaffee ist fertig“: Die alte Schnulze von Peter Cornelius hat ihren Zauber bis heute nicht verloren. Kaffee, erster Genuss des Tages für viele. Doch bis der Kaffee in die Tasse kommt, ist es ein weiter Weg. Den zu beschreiben hatte sich der Vize-Vorsitzende der Stiftung Gartenkultur, Dr. Reinhard Hemmer, gleich drei Stunden Zeit genommen. Zwei Dutzend Kaffeeliebhaber erfuhren im Illertisser Museum Interessantens über Herkunft und korrekte Zubereitung des schwarzen Wachmachers.

Die Zeit brauchte es auch, denn Hemmer beließ es nicht bei der Theorie, sondern zeigte das Rösten der Bohnen und Filtermethoden. Von den Sorten, ihren Eigenschaften bis zur Ernte, Verarbeitung und Trocknung in den Herkunftsländern hatte der Experte ein Fülle an Informationen. Auch die teils inakzeptablen sozialen Bedingungen auf mancher Großplantage schilderte er plastisch. Großen Raum nahm der Weg der grünen Kaffeebohne in die Rösterei und von dort in die Tasse ein. Der Chemiker Hemmer ist in einer kleinen Kaffeerösterei in Günzburg engagiert, die Wert auf fairen Handel legt.

Was macht nun einen guten Kaffee aus? Das durften seine Zuhörer selbst ausprobieren: Hemmer hatte eine kleine Glastrommel dabei, in der, für alle sichtbar, Kaffeebohnen langsam geröstet wurden, bis der Duft nach frischem Kaffee den gesamten Raum erfüllte. Und wie wird Kaffee richtig zubereitet? Vollautomaten lehnt der Experte ab. „Die klassische Zubereitung mit Filter und Kanne ist optimal.“ Der Referent erzählte von Kennern, die den so genannten „Cold Brew“ bevorzugen. Dabei wird der Kaffee mit kalten Wasser gebrüht, dafür aber über mehrere Stunden. Die Gäste waren nach drei Stunden in mancher Hinsicht schlauer.

„Unglaublich, wie viel Kunst und Aufwand man aufwenden muss, um einen wirklich guten Kaffee zu bekommen“, bekannte Max Sailer. Der Dietenheimer schwärmte von dem Genuss der sich einstellt, „wenn man die Bohnen sorgfältig behandelt.“