Bildung Karl-Heinz Brunner: Politik mit Lust und Freude

Karl-Heinz Brunner sprach vor Zehntklässlern in Illertissen.
Karl-Heinz Brunner sprach vor Zehntklässlern in Illertissen. © Foto: Manuela Rapp
Illertissen / man 14.03.2018

„Dem Einzelnen zu helfen, das ist mir zu wenig“, sagte sich Karl-Heinz Brunner als junger Mann. Beruflich war er damals mit der Armut in einem Wohnblock konfrontiert. „So zu leben, macht doch keinen Sinn“, habe er gedacht.  Und er wollte etwas ändern: „Nur dasitzen und konsumieren, ist ein bisschen langweilig.“ So beschrieb der SPD-Bundestagsabgeordnete vor den zehnten Gymnasialklassen des Illertisser Kollegs der Schulbrüder, was ihn in die Politik gebracht hat.

Anlass für Brunners Besuch, den Margret Schlosser organisiert hatte, war der „Tag der freien Schulen“, an dem bayerische und in diesem Fall ortsangebundene Politiker eingeladen werden, wie Schulleiter Manfred Schöpplein erläuterte. Weiter meinte er: „Wir Schulen sollen die politische Bildung wieder in den Vordergrund rücken.“ In Zeiten, in denen sich der Totalitarismus wieder entwickle, gelte es, die Jugend zu motivieren, sich politisch zu interessieren und sich vielleicht auch zu engagieren.

Für Brunner, den ehemaligen Illertisser Bürgermeister und jetzigen Abgeordneten, der Mitglied im Verteidigungsausschuss und im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz ist, ist sein Beruf „einer der geilsten Jobs dieser Welt.“ Wenn man etwas mit Leidenschaft, Lust und Freude mache, „dann wird das was.“ Dazu gehöre eben auch, 80 bis 90 Stunden in der Woche unterwegs zu sein.

Lust an der Demokratie

Politisch, erklärte der Sozialdemokrat, wolle er bewusst nichts sagen. Nur so viel: Seiner Meinung nach gibt es kein besseres Land in der Welt, doch spüre er, dass die Menschen die Lust an der Demokratie verlören. „Wir brauchen eine solidarische Gesellschaft und das erreichen wir nur in einer Demokratie“, betonte er in einer emotionalen Rede. Klar sei aber auch: „Wir machen Fehler, sie ist nicht perfekt.“

Stellung nahm der Neu-Ulmer Wahlkreisabgeordnete zu Fragen der Schüler. Etwa zu Russland. Hier empfahl er, „eine neue Gesprächs- und Abrüstungsrunde in Europa zum Laufen zu bringen.“ Man rede inzwischen nicht mehr miteinander. Er lehne ein Schwarz-weiß-Denken ab. Brunners Rat an die Schüler: „Man muss ein Ziel haben, eine Vision.“ Sei klar, in welche Richtung es gehe und was man wolle, dann komme man auch hin.

Das sei kein bequemer Weg. „Wenn man etwas ändern will, muss man aktiv werden“, ermutigte Manfred Schöpplein seine vier zehnten Klassen und machte gezielt Werbung für die Teilnahme am Illertisser Jugendparlament.

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