Senden/Weißenhorn Junge Musiker gründen Verein, um andere Nachwuchskünstler zu fördern

Felix Petermann (links) und Adrian Jehne haben die Beardy Brothers gegründet. Der Verein der Nachwuchsmusiker aus Senden und Pfaffenhofen soll Netzwerk, Marketinginstrument und Heimat für junge Bands aus der Region werden.
Felix Petermann (links) und Adrian Jehne haben die Beardy Brothers gegründet. Der Verein der Nachwuchsmusiker aus Senden und Pfaffenhofen soll Netzwerk, Marketinginstrument und Heimat für junge Bands aus der Region werden. © Foto: Claudia Schäfer
Senden/Weißenhorn / CLAUDIA SCHÄFER 05.04.2013

Keine Frage, Felix Petermann und Adrian Jehne sind ehrgeizig, sie haben einen klaren Plan und große Ziele. Die beiden jungen Musiker aus dem Landkreis Neu-Ulm wollen anderen Nachwuchskünstlern helfen, im Musikbusiness Fuß zu fassen und auf diesem Weg viele Hindernisse zu überwinden. Deshalb haben Petermann und Jehne den Verein Beardy Brothers ins Leben gerufen.

Felix Petermann ist 21 Jahre alt und kommt aus Senden. Sein Freund Adrian Jehne ist ein Jahr jünger, er wohnt in Pfaffenhofen. Beide haben schon gemeinsam in einer Schülerband gespielt und sind aktive Musiker mit vielen guten Kontakten zur Szene. Und sie kennen die Probleme, denen sich Nachwuchskünstler stellen müssen: Um überhaupt eine Chance zu haben, bekannt zu werden, müssen sie viel Geld in die Hand nehmen, für Aufnahmen im Tonstudio, Videos und CD-Cover und die Beschaffung eines Barcodes für die fertige CD.

Über die Beardy Brothers sei ein professioneller Einstieg möglich, den sich jeder leisten könne, sagen Petermann und Jehne. Möglich mache dies das Vereinsprinzip. Wer bei den „bärtigen Brüdern“ dabei ist, kommt günstig in die Tonstudios zweier Mitglieder und kann überdies von Sponsorengeldern profitieren, die der Verein aufbringt. Bei der Cover-Gestaltung helfen befreundete Fotografen und Grafiker. Die Vermarktung läuft ebenfalls über die Beardy Brothers, die dann als Musiklabel auftreten. Auch das Marketing im Internet, etwa auf der Plattform YouTube, läuft über das Label: „Wir machen das volle Programm“, versprechen die beiden Macher an der Vereinsspitze.

Innerhalb des Vereins sei es möglich, sich bei anderen Mitgliedern Rat zu holen, Auftritte zu organisieren oder auch einmal eine neue Band zusammen zu stellen, sagen Petermann und Jehne. Die Einnahmen, die eine auf diese Art geförderte Band erzielt, würden gerecht an alle am betreffenden Projekt Beteiligten verteilt, der Verein selbst mache keinen Gewinn. Deshalb gehen die Vereinschefs davon aus, dass „Beardy Brothers e.V.“ bald als gemeinnützig anerkannt wird.

Dass das noch nicht passiert ist, liegt an der Einmaligkeit der Vereinsstruktur: „Weil es so was wie uns noch nicht gibt, tun sich die Behörden schwer“, erklärt Felix Petermann. Ein Jahr nach der Gründung ist der Verein bereits auf rund 30 Mitglieder angewachsen und hat einige Sponsoren gefunden.

Noch in diesem Jahr soll das vereinseigene Tonstudio in Weißenhorn fertig werden, wo die Beardy Brothers derzeit ein altes Häuschen renovieren. Und bald wird das Label die erste CD der Band „Volume12“ aus dem Raum Weißenhorn/Roggenburg herausbringen.

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