Rathäuser gelten als Schnittstelle von Politik und Wirtschaft: Dies ist einer der Gründe, weshalb die Industrie- und Handelskammer Schwaben Regionalversammlungen in den Städten unter Beteiligung der Kommunalpolitik abhält. Diesmal war der Vorstand der Kammer bei Bürgermeister Karl Janson in Vöhringen. Eines der Themen: Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in die Stadtgesellschaft und das Wirtschaftsleben, teilt der Regionalgeschäftsführer Oliver Stipar mit. Stadt und Wirtschaftsvertreter unter dem Vorsitz von Gerd Stiefel waren sich einig, dass die Verknüpfung der beiden Aspekte für alle Beteiligten eine große Herausforderung darstellt. Allerdings kann die Stadt von den damit verbundenen Chancen auch profitieren, vor allem im Hinblick auf den Fachkräftemangel.

Erfahrungen mit Praktika für Asylbewerber hätten gezeigt, dass eine Reihe von Voraussetzungen zwingend erfüllt werden müssen, damit erfolgreich Ausbildungsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden können, teilt die IHK weiter mit. Zuallererst sei ein Bleiberecht für die Dauer der Ausbildung von drei Jahren und danach für weitere zwei Jahre unerlässlich. Zudem sei eine Begleitung der jungen Leute nötig: Die Kammer bringt hier das Modell der assistierten Ausbildung in Betrieben ins Spiel. Ergänzend bietet dabei etwa ein Träger der Jugendberufshilfe Unterstützungsangebote und kümmert sich darum, dass Ausbildungsverhältnisse zustande kommen und erfolgreich verlaufen. Mit Elementen wie Bewerbungstraining und Praktika in der Vorbereitungsphase, Nachhilfe, Beratung, Hilfen zur Lebensbewältigung und Existenzsicherung in der Ausbildung. Punkt drei für die Kammer: Die Berufsschulen sollten durch zusätzliche Ressourcen für Deutschunterricht und Berufsintegrationsklassen gestärkt werden.

Beim Thema Einzelhandel in der Innenstadt herrschte Einigkeit, neue Nutzungskonzepte zu entwickeln. Wenngleich Vöhringen auch dann nur schwer mit den großen Handelsstandorten im nahen Umland konkurrieren könne, ergänzt Janson. Es gelte jedoch, die Bevölkerung mit den Waren des täglichen Bedarfs vor Ort zu versorgen. Die Ansiedlung des Rewe-Marktes in der Innenstadt sei ein Glücksfall gewesen, betont Janson.